Oper Köln: Klotzbrocken außer Kontrolle

Köln - Die Sanierung der Kölner Oper hinkt dem Zeitplan erneut hinterher. Das Großprojekt kostet aktuell 551 Millionen Euro unter Vorbehalt.

Die Oper Köln wird seit 2012 saniert.
Die Oper Köln wird seit 2012 saniert.  © dpa/Henning Kaiser

14 Wochen hinken die Planer in der "Ausführungsplanung" hinterher.

Das teilte der Technische Betriebsleiter Bernd Streitberger jetzt mit.

Im Vergleich zum Oktober sind dies vier Wochen zusätzliche Verzögerung.

Wie es dazu kam, erklärte Streitberger ebenfalls. "Wir haben mit den Planern des Opernhauses vereinbart, dass sie sich auf die Nacharbeit der Entwurfsplanung konzentrieren, damit dieses Kapitel tatsächlich im Dezember diesen Jahres endlich abgeschlossen ist."

Der Haken: Die zahlreichen Planer konnten somit den ganzen November nicht an der Ausführungsplanung arbeiten. Die blieb im November unbearbeitet liegen.

Gleichzeitig sollen die Planer jetzt aufzeigen, wie sie diese vereinbarte nicht geleistete Arbeit wieder aufholen können.

Was Streitberger noch nicht mitteilte: Das Aufholen der Zeit dürfte wohl mehr Geld kosten. Wie viel Geld die Planer dafür verlangen, bleibt zunächst offen.

Ein Versprechen bleibt von den erneuten Verzögerungen erstmal unangetastet. Die geplante Schlüsselübergabe soll weiterhin im 2. Quartal 2023 erfolgen. Die geplanten Kosten liegen aktuell bei rund 550 Millionen Euro.

SPD-Fraktion fordert Alternative zur Sanierung!

Die Oper Köln am Offenbachplatz im Jahr 2010.
Die Oper Köln am Offenbachplatz im Jahr 2010.  © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0

Die SPD-Fraktion erneuerte jetzt ihre Forderung, die Sanierung der bestehenden Oper nochmal zu überdenken.

Fraktionschef Christian Joisten: "Wir fühlen uns in unserer Sicht bestätigt, dass diese Bühnensanierung ein Fehler ist. Schon im Sommer 2017 hatten wir gefordert, die Sanierung am Offenbachplatz zu stoppen und eine Alternative – möglicherweise an anderer Stelle – zu prüfen."

Alle Details müssten auf den Tisch gelegt werden, auch ob die Sanierung überhaupt noch gelingen könne.

"Sollten tatsächlich Erkenntnisse vorliegen, dass die laufende Sanierung technisch gar nicht ausführbar ist, so muss das Projekt sofort gestoppt werden."

Umgekehrt hatten Grüne, CDU und FDP im Sommer 2017 eine Abwahl der damaligen und heutigen Beigeordneten für Kunst und Kultur, Susanne Laugwitz-Aulbach, beantragt.

Als verantwortliche Beigeordnete der Stadt Köln hat sie den Hut auf, die Kulturprojekte und Baustellen zu überblicken und zu kontrollieren.

Für die Abwahl fehlten letztlich die notwendigen Stimmen von SPD und Linken, die den anderen Fraktionen damals politisches Kalkül vorwarfen.

An der Oper Köln wird seit 2012 gepfuscht

Begonnen hatte die Sanierung der Oper Köln im Jahr 2012. Schon 2015 folgte der erste Aussetzer. Die Firma "Imtech Deutschland" meldete Insolvenz, sollte aber eigentlich Stromkabel und Klimatechnik in der Oper verbauen. Die geplante Sanierung begann von vorne.

"Der große Brocken ist das Opernhaus", hatte Streitberger die größte Herausforderung bei dem Millionen-Vorhaben zuletzt benannt. Aber auch das Schauspielhaus, das Kleine Haus und die Kinderoper gehören zu dem Großprojekt "Bühnen Köln Sanierung" am Offenbachplatz.

Die Oper stammt von 1957. Der große Aufwand, die historische Grundsubstanz zu erhalten und das Gebäude gleichzeitig den aktuellen technischen Sicherheitsbestimmungen anzupassen, kostet Hunderte Millionen Euro. Wie teuer die Sanierung abschließend wird und wann die Oper öffnet, ist ungewiss.

Titelfoto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0

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