Kölner Polizei warnt: E-Scooter sind keine Spielzeuge!

Köln – Knapp zwei Wochen nach dem Start der E-Scooter in Köln führte die Polizei am Mittwochnachmittag erstmals eine Schwerpunktkontrolle in der Altstadt durch. Polizeipräsident Uwe Jacob appellierte an Fahrer von Elektrorollern, sich bei allem Spaß auch an die Regeln zu halten.

Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob am Donnerstagnachmittag während der Kontrolle eines E-Scooter-Fahrers in der Kölner Altstadt.
Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob am Donnerstagnachmittag während der Kontrolle eines E-Scooter-Fahrers in der Kölner Altstadt.  © privat

Die Schwerpunkte der aufklärenden Kontrolle am Heinrich-Böll-Platz lagen bei möglichen Behinderungen anderer Verkehrsteilnehmer durch die E-Roller und deren Verkehrssicherheit.

Grundsätzlich halte er die neuen Elektroroller für sinnvoll und umweltfreundlich, sagte der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob. Allerdings werde es gefährlich, wenn sich E-Scooter-Fahrer nicht an die Regeln halten.

Denn die E-Scooter machten das enge Stadtgebiet mit vielen Verkehrsteilnehmern noch enger und seien zudem recht schnell unterwegs.

Er appellierte daher an die Nutzer, Rücksicht zu nehmen. Die Polizei werde das Geschehen rund um die E-Scooter gut beobachten. Verstöße sollen konsequent geahndet werden. "Wer nicht hören will, muss fühlen", gab Jacob die Parole der Polizei aus.

Zudem rief er die Fahrer dazu auf, einen Helm zu tragen. Eine Helmpflicht gebe es zwar nicht, aber bereits bei Stürzen mit geringer Geschwindigkeit könne man sich schwere Kopfverletzungen zuziehen.

Vor der ersten Fahrt sollte zudem geübt werden. Selbst gefahren ist der Polizeipräsident übrigens noch nicht. Er überlegt allerdings, sich einen eigenen E-Scooter anzuschaffen.

Betrunkene E-Scooter-Fahrer riskieren den Führerschein

Die Kölner Polizei kontrollierte am Donnerstag gezielt E-Scooter-Fahrer.
Die Kölner Polizei kontrollierte am Donnerstag gezielt E-Scooter-Fahrer.  © privat

Wenn Jacob mit seinem E-Scooter unterwegs ist, muss er sich wie alle anderen an die Regeln halten. Wer mit einem Elektroroller rücksichtslos fährt, kann bei einem Regelverstoß im schlimmsten Fall sogar seinen Führerschein verlieren.

Für die Nutzung des Rollers ist zwar keine spezielle Fahrprüfung notwendig, es gelten allerdings die gleichen Promille-Grenzen wie für Autofahrer.

Alkohol ist bei sicherer Fahrweise bis zu einer Grenze von 0,5 Promille erlaubt. Wer allerdings mit 1,1 Promille oder mehr erwischt wird, begeht eine Straftat und ist seinen Lappen erstmal los.

Dieser Fall ist in Köln bisher zweimal eingetreten, als betrunkene E-Scooter-Fahrer gestoppt wurden.

Ebenfalls zu beachten: Die für Fahranfänger gültige Null-Promille-Regelung gilt auch für E-Scooter. Auch unter Drogeneinfluss darf nicht gefahren werden.

Damit E-Scooter nicht zu einer Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer werden, klärt die Polizei auf und ahndet Verstöße. Diese betrafen bisher vor allem die fehlende Betriebserlaubnis für private E-Scooter.

An diese Regeln müssen sich E-Scooter-Fahrer halten

Bei den Kontrollen guckten die Beamten ganz genau hin.
Bei den Kontrollen guckten die Beamten ganz genau hin.  © privat

Grundsätzlich gelten für Elektroroller ähnliche Regeln wie für Radfahrer. Hier die wichtigsten Vorgaben auf einen Blick:

  • Mindestalter 14 Jahre
  • Maximal ein Fahrer pro Roller
  • Fahrt auf dem Radweg oder auf der Straße, Gehwege sind tabu
  • Während der Fahrt dürfen weder Handy noch Smartphone genutzt werden
  • E-Scooter dürfen nicht nebeneinander fahren und sollten sich rechts halten, schnellere Radfahrer müssen überholen können
  • Wer abbiegt, muss den Richtungswechsel per Handwechsel anzeigen.

Zudem ist es ratsam, die Roller vor der Benutzung auf ihre Verkehrstauglichkeit (Schäden, Kennzeichen etc.) zu prüfen.

Bei Verstößen gegen die Verhaltensregeln im Straßenverkehr drohen Geldbußen von bis zu 30 Euro.

Regeln für private E-Scooter

Wer sich privat einen E-Scooter anschafft, muss einige weitere Vorschriften beachten. Der Roller muss über eine Betriebserlaubnis in Deutschland verfügen und mit einem Kennzeichen versehen werden. Zudem ist eine Versicherung Pflicht.

Elektroroller dürfen nicht schneller als 20 km/h fahren.

Ein E-Scooter-Fahrer unterwegs in Köln.
Ein E-Scooter-Fahrer unterwegs in Köln.  © DPA

Titelfoto: privat

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