Raser, Siegaue und Stadtarchiv: Drei Prozesse bewegten das Rheinland 2018

Köln – Aus einer Vielzahl von Prozessen in Köln und Umgebung erlangten drei Fälle in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit. Zwei Prozesse waren neu aufgerollt warten, ein anderer fand endlich sein Ende.

Tödliches Autorennen

Köln – Ein Unfall bei einem illegalen Autorennen kostete eine junge Radfahrerin (19) in Köln-Mülheim im April 2015 das Leben - und die beiden Raser müssen nun doch ins Gefängnis. In einem ersten Prozess waren die Angeklagten zu Bewährungsstrafen verurteilt worden - das hatte der Bundesgerichtshof moniert.

In der Neuauflage des Prozesses im Januar hob das Kölner Landgericht die Strafaussetzung zur Bewährung auf. "Die Angeklagten haben sich für ein illegales Rennen entschieden und so bewusst eine Gefahr geschaffen", betont der Richter. Damit müssen die Angeklagten für zwei Jahre bzw. ein Jahr und neun Monate in das Gefängnis (TAG24 berichtete).

Die beiden Angeklagten mussten nach ihrem tödlichen Autorennen und einer Neuauflage des Prozesses doch ins Gefängnis (Bild aus Dezember 2017).
Die beiden Angeklagten mussten nach ihrem tödlichen Autorennen und einer Neuauflage des Prozesses doch ins Gefängnis (Bild aus Dezember 2017).  © DPA

VERGEWALTIGUNG IN DER SIEGAUE

Bonn – Die Vergewaltigung einer jungen Camperin in der Siegaue im April 2017 hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Der Täter hatte das Zelt des jungen Paares aufgeschlitzt, die Studentin nach draußen gezerrt und sie vergewaltigt (TAG24 berichtete).

Der bereits zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilte Täter ging in Revision - und erzielt im Oktober einen Teilerfolg: In der Neuauflage des Prozesses senkt das Bonner Landgericht die Freiheitsstrafe gegen den abgelehnten Asylbewerber (32) aus Ghana auf zehn Jahre. Eine höhere Strafe für einen Ersttäter stünde "in eklatantem Missverhältnis zu vergleichbaren Fällen" (TAG24 berichtete).

Der Asylbewerber aus Ghana (32) muss nach der Vergewaltigung einer Studentin in Bonn für zehn Jahre in den Knast.
Der Asylbewerber aus Ghana (32) muss nach der Vergewaltigung einer Studentin in Bonn für zehn Jahre in den Knast.  © DPA

Einsturz des Kölner Stadtarchivs

Köln – Zwei Tote und ein Milliardenschaden: Mehr als neun Jahre nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs im März 2009 fallen im Oktober 2018 die Urteile im ersten Strafprozess. Das Kölner Landgericht verhängte eine Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Tötung gegen einen Bauüberwacher der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB).

Drei Angeklagte - Mitarbeiter von Baufirmen und KVB - werden freigesprochen. Der Prozess gegen den Hauptbeschuldigten, einen Polier, wurde aufgrund dessen schlechten Gesundheitszustands und der drohenden Verjährung eingestellt. Sie alle waren am Bau einer neuen U-Bahn beteiligt. Nach Überzeugung der Richter haben Fehler bei den Bauarbeiten zu dem Unglück geführt.

Der Prozess um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs endete mit einer Bewährungsstrafe und zwei Freisprüchen.
Der Prozess um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs endete mit einer Bewährungsstrafe und zwei Freisprüchen.  © DPA

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