Rizin-Prozess: Gift und Sprengstoff für 13.500 Tote

Köln/Düsseldorf - Die bei den mutmaßlichen Rizin-Bombenbauern von Köln gefundene Menge Gift und Sprengstoff hätte rein rechnerisch für 13.500 Todesopfer gereicht.

in Feuerwehrmann trägt vor dem Wohnkomplex in Köln-Chorweiler eine Tonne mit Gift heraus.
in Feuerwehrmann trägt vor dem Wohnkomplex in Köln-Chorweiler eine Tonne mit Gift heraus.  © DPA

Das hat ein BKA-Beamter am Freitag als Zeuge im Prozess gegen das Islamisten-Paar am Düsseldorfer Oberlandesgericht ausgesagt.

Allerdings sei bei einem Bomben-Anschlag mit dem Gift von einer realistischen Zahl von etwa 100 Toten auszugehen.

Durch die Explosions-Flamme verbrenne ein Teil des Stoffes, ein weiterer größerer Teil würde in der Umwelt verloren gehen.

Die Anschlags-Pläne seien beim Zugriff der Polizei weit fortgeschritten gewesen.

Man habe zwar keine komplette Bombe gefunden, die vorgefundenen Einzelteile hätten aber rasch zu einer zusammengesetzt werden können.

Der mutmaßliche Rizin-Bombenbauer von Köln gehörte Ermittlern zufolge einer Chat-Gruppe namens "Wölfe des Islamischen Staates in Europa" an (TAG24 berichtete).

Erster Bio-Anschlag in Deutschland

Der 30-jährige Tunesier und seine 43-jährige deutsche Ehefrau stehen vor Gericht, weil sie im vergangenen Jahr den ersten Terroranschlag mit einem biologischen Kampfstoff in Deutschland vorbereitet haben sollen (TAG24 berichtete).

Beiden Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. Das Paar hatte begonnen, das hochgiftige Rizin aus Tausenden Rizinus-Samen zu gewinnen, die es im Onlinehandel gekauft hatte.

Dem Angeklagten und seiner Frau drohen bis zu 15 Jahren Haft.
Dem Angeklagten und seiner Frau drohen bis zu 15 Jahren Haft.  © DPA

Titelfoto: DPA

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