"Sabine" sorgt für 13 Verletzte in NRW: Sturm auch am Dienstag

Essen/Köln – Orkantief "Sabine" hat Nordrhein-Westfalen weniger heftig getroffen als befürchtet (TAG24 berichtete). Dennoch mussten Rettungskräfte von Sonntag auf Montag zu als 7100 Einsätzen ausrücken - 13 Menschen wurden verletzt.

Dieses von der Feuerwehr Bochum zur Verfügung gestellte Foto zeigt ein umgestürztes Carport.
Dieses von der Feuerwehr Bochum zur Verfügung gestellte Foto zeigt ein umgestürztes Carport.  © -/Feuerwehr Bochum/dpa

Fast 22.000 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen seien auf den Beinen gewesen, teilte das NRW-Innenministerium am Montag mit. Hinzu kamen noch fast 3000 Einsätze der Polizei.

Eine Bilanz für die vergangene Nacht lag am Dienstagmorgen noch nicht vor.

Ein wechselhaftes Schauerwetter und Sturmböen bis Windstärke neun können das Bundesland auch am Dienstag noch durcheinanderwirbeln, erklärte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Essen. "Der Wind wird punktuell wieder auffrischen", sagte ein Sprecher, auch wenn er insgesamt zurückgehe.

In Mülheim an der Ruhr hatten zwei Insassen eines Autos großes Glück: Ein 25 Meter hoher Baum stürzte um und erwischte ihren fahrenden Wagen am Heck. Ein 17-Jähriger wurde in Paderborn von einem herabfallenden Ast am Kopf getroffen und lebensgefährlich verletzt.

Sechs weitere Menschen wurden schwer, sechs leicht verletzt. Unter den Verletzten seien vier Rettungskräfte.

Update, 11.51 Uhr: Sturm flaut nur etwas ab

Nach einer weiteren Nacht mit zum Teil heftigen Böen flaut der Sturm in Nordrhein-Westfalen nur langsam ab. Den gesamten Dienstag sollten immer wieder Gewitter mit Regen und Graupeln durchziehen. Dabei sei auch immer wieder mit schweren Sturmböen zu rechnen, sagte Daniel Tüns, Meteorologe vom Dienst beim Deutschen Wetterdienst in Essen. Von Tag zu Tag lasse der Wind dann etwas nach, es bleibe aber zumeist unbeständig mit Regen und in höheren Lagen auch Schneeschauern.

Allerdings kündigt sich bereits der nächste Sturm an: "In der Nacht zu Sonntag wird es auf jeden Fall wieder stürmischer, auch wenn wir noch nicht absehen können, wie stark es wird", sagte Tüns. Eine solche Wetterlage für diese Jahreszeit jedoch nicht ungewöhnlich.

Schulen und Kitas öffnen wieder

Wälder in NRW sollten aufgrund des Sturms und seiner Folgen derzeit gemieden werden.
Wälder in NRW sollten aufgrund des Sturms und seiner Folgen derzeit gemieden werden.  © Feuerwehr Iserlohn/dpa

Am Montagvormittag kam der Bahnverkehr nach der Orkannacht wieder in Gang und auch die Autobahnen waren wieder weitgehend frei. "Sabine war wohl doch nur ein Sabinchen", schrieb die Stadt Solingen in ihrer Bilanz.

Der Landesbetrieb Wald und Holz warnte Spaziergänger und Freizeitsportler davor, die Wälder in NRW zu betreten (TAG24 berichtete). "Die bis Dienstag erwarteten Windgeschwindigkeiten reichen weiterhin aus, in den angeschlagenen Wäldern Bäume zu entwurzeln und schwere Äste herabstürzen zu lassen", hieß es.

Etliche Schulen und Kitas sollten dagegen am Dienstag wieder öffnen. Der Betrieb werde wieder aufgenommen, teilten etwa die Städte Aachen, Köln, Düsseldorf und Moers am Montag mit.

"Es liegt im Ermessen der Eltern, ob ihre Kinder bei der herrschenden Witterung den Weg zur Schule gefahrlos zurücklegen können oder nicht", erklärte die Stadt Köln.

Titelfoto: -/Feuerwehr Bochum/dpa

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