Tödliche Attacke auf Mitarbeiter der Stadt: Köln gedenkt mit Schweigeminute

Köln - Die Stadt Köln gedenkt an diesem Mittwoch (12 Uhr) des Mitarbeiters, der am vergangenen Freitag bei einem Hausbesuch erstochen worden war.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker steht mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung bei einer Schweigeminute im Rathaus zusammen.
Oberbürgermeisterin Henriette Reker steht mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung bei einer Schweigeminute im Rathaus zusammen.  © Oliver Berg/dpa

Alle Beschäftigten der Stadt sind aufgerufen, ihre Arbeit während der Schweigeminute ruhen zu lassen.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) will sich mit den Fraktionsspitzen und anderen Repräsentanten der Stadt am Kondolenztisch einfinden.

Reker war 2015 selbst bei einem Messerattentat lebensgefährlich verletzt worden.

Bonn und Münster gedenken ebenfalls um 12.00 Uhr mit einer Schweigeminute des Kölner Mitarbeiters. "Übergriffe am Arbeitsplatz sind in vielen Fällen nicht vorhersehbar, der Druck auf unsere Mitarbeitenden wächst stetig", teilte Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU) dazu mit.

"Als Zeichen der Anteilnahme und Solidarität gedenken wir den Kolleginnen und Kollegen, die Opfer verbaler und körperlicher Gewalt am Arbeitsplatz werden."

Der Münsteraner Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) zeigte sich gleichfalls bestürzt. "Die Stadtverwaltung trauert zusammen mit der kommunalen Familie und den Angehörigen des Mitarbeiters", teilte er im Intranet der Stadt mit.

Täter hatte bereits im März einen Mitarbeiter angegriffen

Die Polizei am Tatort.
Die Polizei am Tatort.  © dpa/Marius Becker

Der mutmaßliche Täter hatte nach Angaben der Polizei im März schon einmal eine Bedienstete einer anderen städtischen Behörde und einen Amtsarzt mit einem Schraubendreher angegriffen.

Die Frau konnte die Attacke mit einer Arbeitsmappe parieren und erlitt nur eine leichte Verletzung.

Die Kämmerei, für die der nun getötete 47-Jährige arbeitete, wusste aber wohl nichts davon.

Der 47-Jährige hatte als Mitarbeiter in der Vollstreckungsabteilung Geld eintreiben wollen.

Als er mit einer Kollegin am Freitag an einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Dünnwald klingelte, öffnete ihm ein Bewohner - und stach nach Polizeiangaben sofort auf ihn ein.

Ein Notarzt konnte ihn nicht mehr retten. Der mutmaßliche Täter wurde nach der Tat in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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