Skandal in der Automobilindustrie: Diese Rechte haben die Autokäufer

Potentiell könnte jeder Autokäufer Schaden erlitten haben.
Potentiell könnte jeder Autokäufer Schaden erlitten haben.  © obs/Kraus Ghendler Ruvinskij/Autokartell

Köln - Ein neuer Skandal erschüttert die Automobilindustrie. Das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtete am Freitag über das bislang wahrscheinlich größte existierende Kartell.

Der Meldung zufolge sollen die fünf größten deutschen Autobauer, VW, BMW, Mercedes, Porsche und Audi, über zwei Jahrzehnte hinweg geheime Absprachen über Technik, Preise für Bauteile und Auswahl der Zulieferer getroffen haben.

In diesem Rahmen wurden auch die Grundlagen für den aktuellen Diesel-Abgasskandal gelegt.

Doch was bedeutet das Kartell für die Endkunden?

Rechtsanwalt Ilja Ruvinskij von der Kraus Ghendler Ruvinskij Anwaltskanzlei sieht eine Klagewelle auf die Autobauer zukommen: "Die Folgen des Kartells könnten die Ausmaße des Abgasskandals in den Schatten stellen. Denn hier sind nicht nur Dieselfahrzeuge betroffen. Potentiell könnte jeder Autokäufer durch das Kartell einen Schaden erlitten haben."

Wie hoch wäre der Schadenersatz?

Der Schadenersatzanspruch würde die Differenz vom Preis ohne Kartell im Verhältnis zum Preis mit Kartell betragen. Jeder Autokäufer der betroffenen Autohersteller könnte diese Differenz verlangen.

Wie schwierig wäre die Durchsetzung dieser Ansprüche?

Große Hoffnungen setzt Ruvinskij in die erst im Juni 2017 in Kraft getretene "9. Novelle des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb". Damit wurde die private Schadensersatzklage erleichtert. Einer der zentralen Punkte des neuen Gesetzes ist die Aufnahme einer (widerleglichen) Vermutung, wonach ein Kartellverstoß auch zum Schaden führt.

Darüber hinaus wurden sowohl die Einsicht in die Ermittlungsakten als auch die Beweisführung für die Betroffenen erleichtert.

Welche weiteren rechtlichen Möglichkeiten haben die Autokäufer?

Kunden könnten sowohl Schäden aus dem Abgasskandal durchsetzen sowie KFZ-Kredite aufgrund fehlerhafter Widerrufsinformationen widerrufen.

Das gesamte Ausmaß des Kartells wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen.

Titelfoto: obs/Kraus Ghendler Ruvinskij/Autokartell


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