Stadt will zwei Drogenmobile für den Kölner Neumarkt

Köln – Da sich ein Drogenkonsumraum am Kölner Neumarkt so schnell nicht realisieren lässt, will die Stadt die Situation jetzt mit zwei Drogenmobilen kurzfristig entschärfen.

Die zwei Drogenmobile sollen in der Nähe des Neumarkts aufgestellt werden.
Die zwei Drogenmobile sollen in der Nähe des Neumarkts aufgestellt werden.  © privat

Der offene Drogenkonsum auf und am Neumarkt ist seit Jahren ein großes Problem. Nicht nur Anwohner, sondern auch Passanten und Touristen bekommen leider zu oft Sachen zu sehen, die an einem solch zentralen Ort nichts verloren haben.

Zwar hat die Stadt das Problem erkannt, kommt aber auf der Suche nach einer Lösung kaum voran. Seit Juni 2016 wird nach einem Drogenkonsumraum gesucht, wobei sich die Verantwortlichen jede Menge Absagen einhandelten.

Da aber Handlungsbedarf besteht, wurde in der Sitzung des Gesundheitsausschusses im November 2018 eine neue Idee eingebracht.

In einem gemeinsamen Antrag forderten alle Parteien außer der AfD die Verwaltung dazu auf, ein Konzept für zwei "als Drogenkonsumraum und Beratungsraum nutzbare Fahrzeuge" in der Umgebung des Neumarkts zu erstellen.

Die Drogenmobile haben das sogenannte Berliner Modell als Vorbild und sollen in das bestehende Konzept der Drogenhilfe eingebunden werden.

Die Fahrzeuge sollen jedoch nur eine Übergangslösung sein. Sobald es einen festen Drogenkonsumraum gäbe, würden die Mobile in anderen Hotspots wie Kalk oder Mülheim eingesetzt.

Umsetzung noch in diesem Jahr?

Ein mobiles Drogenhilfeangebot bietet den Konsumenten bessere hygienische Möglichkeiten (Symbolbild).
Ein mobiles Drogenhilfeangebot bietet den Konsumenten bessere hygienische Möglichkeiten (Symbolbild).  © DPA

Für die Idee spricht, dass die Fahrzeuge wohl recht schnell angeschafft und in Betrieb werden genommen könnten. Der Kölner Polizeipräsident steht der Lösung zudem positiv gegenüber.

Aber es gibt aus Sicht der Verwaltung auch Nachteile bei Drogenmobilen. Der Platz wäre begrenzt und böte nur maximal vier injizierenden Drogenkonsumenten gleichzeitig Platz. Für die zunehmend praktizierte inhalative Konsumform müssten die Mobile angepasst werden.

Bei den in Berlin eingesetzten Sprintern gibt es zudem keine Sanitärräume und keine Aufenthaltsmöglichkeit. Bliebe der gewünschte Effekt der Entlastung des öffentlichen Raumes aus, würde dies die Akzeptanz eines festen Drogenkonsumraums weiter senken.

Die Verwaltung wird dem Gesundheitsausschuss in der Sitzung am kommenden Dienstag (19. März) einen Vorschlag zur Umsetzung des mobilen Drogenhilfeangebots in Neumarktnähe vorlegen.

Im Falle einer positiven Abstimmung rechnet die Stadt mit einer Umsetzung im Jahr 2019 und will AnwohnerInnen, Gewerbetreibende und Interessierte in einer Informationsveranstaltung zeitnah über das Angebot informieren. Die Stadt möchte es interessierten Bürgern auch ermöglichen, die Drogenmobile vor Inbetriebnahme zu besichtigen.

Titelfoto: privat

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