"Sabine" tobt über NRW, aber weniger Schaden als befürchtet

Köln – Der schwere Sturm hat in der Nacht zum Montag in Nordrhein-Westfalen offensichtlich weniger Schäden angerichtet als im Vorfeld befürchtet. Zwar gab es Verletzte, über Todesopfer wurde jedoch zunächst nichts bekannt.

Der schwere Sturm hat in der Nacht zum Montag in Nordrhein-Westfalen offensichtlich weniger Schäden angerichtet als im Vorfeld befürchtet
Der schwere Sturm hat in der Nacht zum Montag in Nordrhein-Westfalen offensichtlich weniger Schäden angerichtet als im Vorfeld befürchtet  © Markus Klümper/DPA

In den meisten Fällen hatten es die Einsatzkräfte mit umgestürzten Bäumen zu tun. In einigen Ortschaften fiel der Strom aus.

Tausende Feuerwehrleute waren im Einsatz. Als sich nach Mitternacht das Wetter etwas beruhigte, reduzierten viele Wachen ihre Besetzung.

Die Auswirkungen des Sturms sind dennoch beträchtlich. So ist am Morgen mit einer deutlichen Beeinträchtigung des Berufsverkehrs zu rechnen: Der Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen wird am Montag nur schrittweise wieder in Gang kommen.

Wegen der Unwetterschäden könne die Deutsche Bahn bundesweit im Regional- und Fernverkehr keine zuverlässige Betriebsaufnahme gewährleisten, teilte das Unternehmen am Sonntagabend mit.

"Die notwendigen Erkundungsfahrten zur Sichtung der Schäden sind erst mit Tageslicht möglich", hieß es. Am Sonntagabend hatte die Bahn in mehreren Bahnhöfen sogenannte Aufenthaltszüge für gestrandete Reisende bereitgestellt. Auch Hotel- und Taxigutscheine wurden ausgegeben.

Das private Bahnunternehmen Abellio hat den Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen nach Sturm "Sabine" am Montagmorgen teilweise wieder aufgenommen.

Umgestürzte Bäume, mehrere Verletzte

Ein geparktes Auto ist in Düsseldorf von einem umgestürzten Baum bedeckt.
Ein geparktes Auto ist in Düsseldorf von einem umgestürzten Baum bedeckt.

Umgestürzte Bäume werden am Morgen auch wichtige Autobahnstrecken blockieren. So wird nach Angaben der Landesleitstelle die A4 Richtung Köln zwischen Elsdorf und Kerpen noch bis zum Morgen gesperrt sein.

In Hagen ist die A45 in Fahrtrichtung Frankfurt zwischen dem Kreuz Hagen und der Anschlussstelle Hagen-Süd voraussichtlich bis Montagmittag, 13.00 Uhr, voll gesperrt.

Auch Bundes-, Landes- und Kreisstraßen werden am Morgen stellenweise noch nicht nutzbar sein. Aus Sicherheitsgründen konnten die Straßenmeistereien umgestürzte Bäume in der Nacht noch nicht beseitigen.

Der Berufsverkehr in Nordrhein-Westfalen ist nach Sturm "Sabine" am Montagmorgen ohne größere Staus und Behinderungen angelaufen.

In Dortmund kam es durch den Sturm zu einem Verkehrsunfall. Dabei wurde ein Mensch schwer verletzt. In Paderborn erlitt ein 16-Jähriger durch einen herabstürzenden Ast Kopfverletzungen. In Essen wurde eine 47 Jahre alte Frau von einer herabstürzenden Schieferplatte leicht verletzt.

In Mülheim an der Ruhr hatten zwei Insassen eines Autos großes Glück: Ein 25 Meter hoher Baum erwischte ihren fahrenden Wagen im hinteren Bereich. Nur leicht verletzt kamen sie in ein Krankenhaus.

Baugerüste und Dächer beschädigt

Die Insassen dieses Fahrzeugs in Mülheim wurden nur leicht verletzt.
Die Insassen dieses Fahrzeugs in Mülheim wurden nur leicht verletzt.  © Feuerwehr Mülheim an der Ruhr

Die Einsatzkräfte waren nicht nur mit dem Zersägen von Bäumen beschäftigt, die auf Straßen, geparkte Autos oder gegen Häuser gefallen waren.

So berichtete die Feuerwehr Essen, dass mehrfach Bauzäune oder Baugerüste gesichert werden mussten - ebenso Baustellentoiletten, ein Pavillon oder Trampoline. Gelockerte oder herabgewehte Dachziegel waren ebenfalls häufig.

In Viersen mussten fünf Menschen ihre Wohnungen in den oberen Etagen eines Mehrfamilienhauses verlassen. Hier hatte der Wind die Fassade und eine Decke im Haus beschädigt. Die fünf kamen bei Bekannten unter.

In Hemer wurde das Dach eines Hauses teilweise abgedeckt. Abgedeckte Dächer gab es auch in Oberhausen. Viele Feuerwehren gingen in der Nacht davon aus, dass bei Tagesanbruch noch weitere Sturmschäden sichtbar werden.

In Duisburg ist bei einem Einsatz wegen des Sturms ein Feuerwehrmann leicht am Auge verletzt worden. "Er konnte das Krankenhaus jedoch nach ambulanter Behandlung wieder verlassen", teilte die Feuerwehr am Montagmorgen mit.

Zahlreiche Flugausfälle in NRW

Wegen des Sturmtiefs fallen am Montag viele Flüge in NRW aus.
Wegen des Sturmtiefs fallen am Montag viele Flüge in NRW aus.  © Andreas Arnold/dpa

Auch an Flughäfen in Nordrhein-Westfalen fielen wegen des Orkantiefs am Morgen zahlreiche Flüge aus.

An den beiden größten NRW-Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn sind am Montag wegen des Sturms "Sabine" insgesamt 165 Flüge storniert worden. In Düsseldorf hätten Airlines 120 Verbindungen gestrichen, in Köln/Bonn seien es 23 Starts und 22 Landungen, teilten Sprecher der Flughäfen mit.

Am Morgen kündigte Eurowings an, den Flugbetrieb ab 10.00 Uhr schrittweise wiederaufzunehmen. Trotzdem werde es "noch zu Unregelmäßigkeiten an deutschen Flughäfen kommen". Eurowings-Passagiere werden gebeten, sich im Internet oder über eine Kundenhotline über den aktuellen Stand zu informieren.

Dieses von der Feuerwehr Bochum zur Verfügung gestellte Foto zeigt ein umgestürztes Carport.
Dieses von der Feuerwehr Bochum zur Verfügung gestellte Foto zeigt ein umgestürztes Carport.  © -/Feuerwehr Bochum/dpa
Die Deutsche Bahn will ihren Betrieb in NRW am Montag nach und nach wieder aufnehmen.
Die Deutsche Bahn will ihren Betrieb in NRW am Montag nach und nach wieder aufnehmen.  © Marcel Kusch/dpa

Titelfoto: Markus Klümper/DPA