Tödliche Attacke auf Stadt-Mitarbeiter: Gab es Justiz-Pannen?

Köln – Die tödliche Attacke gegen einen Mitarbeiter der Stadt Köln hätte möglicherweise verhindert werden können.

Polizisten am Tatort in Köln-Dünnwald im Dezember 2019.
Polizisten am Tatort in Köln-Dünnwald im Dezember 2019.

Die Kölner Staatsanwaltschaft prüft nun, ob es in den eigenen Reihen zu Versäumnissen kam. Es sei ein Dienstaufsichtsverfahren eingeleitet worden, teilte das NRW-Justizministerium in einem am Montag veröffentlichten Bericht an den Rechtsausschuss des Landtags mit.

Hintergrund ist die Frage, ob der psychisch kranke mutmaßliche Täter nicht längst in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen gehört hätte.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, hatte er nicht nur bereits im März öffentliche Bedienstete angegriffen, als die seine Wohnungstür hatten öffnen lassen.

Nur gut zwei Wochen später soll der Mann außerdem in einer Psychiatrie Pfleger angegriffen und mit einem Messer nach einer Pflegerin gestochen haben. Daraufhin hatte das psychiatrische Krankenhaus bereits Ende März die Unterbringung des Mannes angeregt.

Ein Staatsanwalt habe einen Sachverständigen Ende Juni mit der dafür notwendigen Begutachtung des Mannes beauftragen wollen, aber anscheinend keine Antwort von dem Psychiater erhalten. Auf Basis des Berichts eines Betreuers sei der Mann sogar bereits Mitte April wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Er werde prüfen, ob es zu Dienstpflichtverletzungen gekommen sei, kündigte der Chef der Kölner Staatsanwaltschaft an.

Die tödliche Messerattacke hatte sich am 13. Dezember ereignet (Archivbild).
Die tödliche Messerattacke hatte sich am 13. Dezember ereignet (Archivbild).  © Marius Becker/dpa

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