"Unkumpelig": Dieser Bares-für-Rares-Händler ist beleidigt

Köln – Der Kölner Peter Schiller (71) hofft für seine silberne Tabakdose bei Bares für Rares einen guten Preis zu erzielen. Am Ende bleibt vor allem ein beleidigter Händler zurück.

Die Tabakdose von 1872 aus Silber, mitgebracht von Peter Schiller.
Die Tabakdose von 1872 aus Silber, mitgebracht von Peter Schiller.  © ZDF/Bares für Rares/screenshot

Der 71-jährige Peter hat die silberne Dose von seinem Schwager, dessen Ur-Ur-Ur-Großvater diese Dose dereinst geschenkt bekommen hatte.

Für Moderator Horst Lichter ist gleich klar: "Dreimal Ur? Dann muss die aber uralt sein, wenn wir gerade bei 'Ur' sind."

Und damit liegt der gewitzte Koch gar nicht mal so falsch. Die Dose, so der Experte Detlev Kümmel, stammt aus dem Jahr 1872. Außerdem wurde die Dose, die eine Stadtansicht zeigt, in Russland hergestellt.

Peter klärt auf, dass der Urahn bei der Transsibirischen Eisenbahn gearbeitet hätte und der Bezug zu Russland daher vorhanden wäre.

Der Experte ist von der Technik begeistert, mit der die Stadtansicht auf die Dose gebracht wurde und kann auch zu den Punzen und Stempeln der Hersteller viel erzählen.

Horst Lichter stellt dagegen eher simpel fest: "Was mir aufgefallen ist, die Dose ist wahnsinnig dickwandig. Das heißt, wir haben ordentlich Gewicht." Mit rund 150 Gramm bringt die Dose tatsächlich einiges an Silbergewicht mit.

Die Schätzung des Experten liegt mit 350 bis 400 Euro unter Peters Wunschpreis von 500 Euro. Dennoch versucht er es bei den Händlern, in der Hoffnung, dass sie sich dafür interessieren und gegenseitig überbieten.

Waldi will die Tabakdose

Waldi Lehnertz (l) ist beleidigt.
Waldi Lehnertz (l) ist beleidigt.  © ZDF/Bares für Rares/screenshot

Die Händler schauen sich die Dose intensiv an. Schnell werden die Details ausgetauscht. Silbergehalt, Herkunft, Alter, die abgebildete Stadt sind im nu geklärt.

Das Startgebot liegt bei 200 Euro, wird aber in kürzester Zeit überboten. Bei 400 Euro klinkt sich Walter "Waldi" Lehnertz in das Gespräch ein. "Hömma, bleibt mal locker hier."

Er scheint es nicht gut zu finden, dass das Wettbieten schon so weit ist, während er sich das Stück gerade noch anschaut, findet die Dose aber auch sehr schön.

"Das ist schon eine starke Dose, muss man schon sagen. Und vor allem alt und deshalb gebe ich fünfhundert." Mit diesen Worten scheint für Waldi auch alles geklärt zu sein.

Als Pauritsch die Dose nochmal sehen will, mag Waldi sie gar nicht herausgeben. Er sei ja immerhin Höchstbietender.

Zuschlag für Pauritsch

Händler Wolfang Pauritsch (r) setzte sich durch und ersteigerte die Dose.
Händler Wolfang Pauritsch (r) setzte sich durch und ersteigerte die Dose.  © ZDF/Bares für Rares/screenshot

Waldis Versuch, den Handel schnell abzuschließen, wird jedoch von seinen Kollegen torpediert. Schnell rast der gebotene Preis auf 550 Euro hoch. Alle Händler wollen sich die Dose noch einmal anschauen.

Es kommt zum Duell zwischen Lehnertz und Pauritsch. Pauritsch überbietet sich dabei sogar selbst mit 570 und 580 Euro.

Waldi versucht es mit 600 Euro, wird aber direkt um zehn Euro überboten. Beleidigt brummelt er daraufhin "Für'n Zehner. Find ich ein bisschen unkumpelig." Damit hat es sich für ihn auch. Die Dose geht am Ende für 650 Euro an Wolfgang Pauritsch und Waldi muss sich mit dem "unkumpeligen" Kollegen aber ohne Dose zufriedengeben.

Peter Schiller freut es. Er hat die Dose für 250 Euro mehr verkauft als die Expertise angab.

Peter Schiller freut sich. Er hat 650 Euro für seine Tabakdose bekommen.
Peter Schiller freut sich. Er hat 650 Euro für seine Tabakdose bekommen.  © ZDF/Bares für Rares/screenshot

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