Jugendliche mit Tempo 200 unterwegs: Irre Verfolgungsfahrt von Köln nach Essen schockiert

Köln/Essen - Nach der knapp 70 Kilometer langen Flucht von einer Teenager-Gruppe über mehrere Autobahnen von Köln nach Essen sucht die Polizei einen weiteren Beteiligten.

Ein Polizeihubschrauber in der Luft. (Symbolbild)
Ein Polizeihubschrauber in der Luft. (Symbolbild)  © Nicolas Armer/dpa

Man gehe inzwischen davon aus, dass sechs Personen im Auto gewesen seien, teilte die Polizei am Montag mit.

Zuvor war man von fünf Jungen im Alter von 12 bis 14 Jahren ausgegangen. Unklar war, ob der sechste Beteiligte gefahren ist und ob er älter als die anderen ist.

Die Gruppe war in der Nacht von Samstag auf Sonntag in ein Kölner Computergeschäft eingebrochen und hatte dort nach Angaben der Polizei Geräte im Wert von mehreren tausend Euro erbeutet.

Danach waren die Teenager mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 Stundenkilometern über mehrere Autobahnen vor der Polizei geflüchtet, bis man sie in Essen stellte.

Wie die in Duisburg lebenden Jugendlichen an das Auto kamen, wird ermittelt.

Vor ihrer Flucht tauschten die Jungen das Kennzeichen des Wagens gegen eines aus, das sie in Duisburg von einem anderen Auto gestohlen hatten.

Nach einer Befragung durch die Polizei in Essen wurden die Jungen am Sonntag ihren Erziehungsberechtigten übergeben. Alle fünf sind der Polizei bereits durch andere Delikte bekannt.

Vorgehen "extrem erschreckend"

Die Ermittler suchen noch einen Beteiligten.
Die Ermittler suchen noch einen Beteiligten.  © Uwe Herrmann/123rf

Das Vorgehen der Teenager bezeichnete die Gewerkschaft der Polizei (GdP) als "extrem erschreckend".

"Ich bin total schockiert, über diese kriminelle Energie die dahinter steckt", sagte der GdP-Landeschef Michael Mertens am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Das gelte auch für das fehlende Unrechtsbewusstsein sowie die Gefahr, die die Teenager bei ihrem Vorgehen in Kauf genommen und für Unbeteiligte dargestellt hätten.

Mit 14 Jahren seien Teenager gerade strafmündig. Aber hier müsse man schon viel früher ansetzen.

"Den Ursprung müssen die Eltern beantworten. Wie kann es sein, dass die Kinder nicht zu Hause sind um diese Uhrzeit", unterstrich Mertens mit Verweis auf die Tatzeit mitten in der Nacht.

Titelfoto: Nicolas Armer/dpa

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