WDR: Skandal um sexuelle Belästigung weitet sich aus

Köln – Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat einen weiteren Mitarbeiter nach Vorwürfen sexueller Belästigung freigestellt.

Beim WDR gab es mehrere Fälle von sexueller Belästigung. (Symbolbild)
Beim WDR gab es mehrere Fälle von sexueller Belästigung. (Symbolbild)

Eine WDR-Sprecherin bestätigte am Montag einen Bericht der Bild, nach dem es sich um einen "hochrangigen" Mitarbeiter handele. Weitere Angaben zur Person sowie zu den konkreten Vorwürfen mache der Sender aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht.

Die Bild hatte zuvor über die WDR-Entscheidung vom Sonntag berichtet. Erst vor wenigen Wochen war ein ehemaliger ARD-Auslandskorrespondent wegen des Vorwurfs sexueller Belästigung vom WDR bis auf weiteres freigestellt worden.

Die WDR-Geschäftsleitung hatte Mitte April ein Maßnahmenpaket für eine bessere Vorbeugung beschlossen und eine dauerhafte externe Ombudsstelle angekündigt, an die sich Betroffene wenden können (TAG24 berichtete).

Am vergangenen Donnerstag hatte der Sender angekündigt, die frühere Gewerkschaftschefin und EU-Kommissarin Monika Wulf-Mathies werde in "völliger Unabhängigkeit" prüfen, wie der WDR mit Hinweisen auf sexuelle Belästigung umgegangen sei.

Update, 17.50 Uhr

Bei dem Mitarbeiter handelt es sich um den Leiter des Programmbereichs Fernsehfilm, Kino und Serie, Gebhard Henke (63), wie dessen Anwalt Peter Raue am Montag mitteilte. Henke ist seit 1984 beim WDR tätig und auch als ARD-'Tatort'-Koordinator bekannt.

Sein Mandant sei am Sonntag freigestellt worden, ohne ihm "einen einzigen konkreten Sachverhalt zu nennen", schrieb Raue in einer Presseerklärung. Der Anwalt hat den WDR nach eigenen Angaben aufgefordert, die Vorwürfe bis zum 10. Mai zu konkretisieren und Henke dazu Stellung nehmen zu lassen - oder die Freistellung aufzuheben.


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