Köln, Düsseldorf, Bonn: Die Weiberfastnachts-Bilanz der Polizei

Köln / Düsseldorf / Bonn - Karneval, Kamelle, Alkohol: Spätestens seit Donnerstag um 11.11 Uhr ticken im Rheinland die Karnevalsuhren bis Aschermittwoch anders. Der Straßenkarneval hat Köln, Düsseldorf und Bonn und das restliche Rheinland fest im Griff. Feuerwehren und Polizei zogen nach dem ersten Tag eine erste vorläufige Bilanz.

Die Polizei sicherte im Rheinland den Straßenkarneval ab.
Die Polizei sicherte im Rheinland den Straßenkarneval ab.  © DPA

Mit einem Schnitt war die Polizeikrawatte an Weiberfastnacht schnell durchtrennt: Ein Kölner Beamter ertrug es mit Fassung, an anderen Tagen gäbe es wohl eher eine Anzeige.

Doch nicht überall verlief Weiberfastnacht so übereinkommend friedlich.

Polizisten, Sanitäter und Feuerwehr-Leute mussten in Köln, Düsseldorf und Bonn häufig einschreiten.

In Köln waren nach Polizeiangaben rund 1000 Beamte den ganzen Tag im Einsatz. Insgesamt zogen sie eine friedliche Bilanz.

Der erste Hochpromille-Einsatz war bereits gegen 11.20 notwendig: Ein Obdachloser mit 2,3 Promille musste an der Becherstraße zur Ausnüchterung in Gewahrsam genommen werden.

Auf der Aachener Straße fanden die Beamten später einen orientierungslosen "Drachen". Oskar (4) hatte seine Eltern auf der Aachener Straße verloren. Seine Eltern bogen wenig später um die Ecke und konnten ihren "Drachen" wieder in die Arme schließen.

Im Laufe des Tages stieg der Alkoholpegel der Feiernden: Bis 19.30 Uhr nahmen die Einsatzkräfte 25 Personen in Gewahrsam. Wegen sexueller Belästigung und Exhibitionismus wurden zudem zwei Tatverdächtige (23, 31) vorläufig festgenommen.

Feuerwehr und Sanitäter in Köln hatten ebenfalls viel zu tun. Seit dem Morgen gab es 417 Einsätze, im Vorjahr waren es 380. Einsatzschwerpunkte lagen in der Altstadt, der Südstadt und im "Kwartier Latäng".

In den mobilen Unfall-Hilfsstellen wurden 190 Menschen medizinisch versorgt. 56 Feiernde wurden zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht.

Das Kölner Ordnungsamt zog bereits bis 15 Uhr eine erste Bilanz. Bis dahin wurden 39 Wildpinkler gestellt. Die Stadt hatte vorsorglich 700 Toiletten in der Stadt aufstellen lassen, um das Wildpinkeln einzudämmen. Laut Stadt seien deutlich weniger Wildpinkler beobachtet worden.

Bei 267 Jugendschutzkontrollen wurde in 120 Fällen Alkohol beschlagnahmt.

Weiberfastnacht in Düsseldorf und Bonn aus Sicht von Polizei und Feuerwehr

Die Feuerwehr Düsseldorf und Sanitäter der Johanniter.
Die Feuerwehr Düsseldorf und Sanitäter der Johanniter.  © Feuerwehr Düsseldorf

Auch in Düsseldorf feierten Tausende Jecken den Auftakt in den Straßenkarneval. Vor allem in der Altstadt schunkelten die Jecken, floss das Altbier und übertrieb es auch so mancher Karnevalist.

Bis 18 Uhr musste die Feuerwehr Düsseldorf zu 535 Einsätze (2018: 563) im gesamten Stadtgebiet ausrücken.

Der Sanitätsdienst hatte am Abend in den Unfallhilfestellen 185 (2018: 195) Karnevalisten versorgt.

Auch 23 Minderjährige (2018: 7) wurden behandelt. Insgesamt kamen 77 Menschen (2018: 49) ins Krankenhaus. Herz-Kreislauf-Probleme und zu viel Alkohol waren die häufigsten Ursachen.

In Bonn sorgten etwa 500 Beamte der Polizei für Sicherheit im Straßenkarneval. Der traditionelle Sturm des Beueler Rathauses durch die amtierende Wäscherprinzessin sowie die Karnevalsumzüge in Bornheim-Roisdorf und -Kardorf verliefen aus Sicht der Polizei überwiegend störungsfrei.

Eine Sicherheitsmaßnahme in Bonn: Im Vorfeld hatte die Bonner Polizei gegen 23 polizeibekannte Personen Betretungsverbote für Bonn-Beuel, Bonn-Zentrum, Bad Godesberg und Bornheim ausgesprochen.

Acht Personen wurden bis zum Abend in Gewahrsam genommen. Sie waren überwiegend betrunken, hatten randaliert oder waren einem der insgesamt 55 ausgesprochenen Platzverweise nicht nachgekommen.

In Köln wurde kräftig gefeiert.
In Köln wurde kräftig gefeiert.  © DPA

Titelfoto: DPA

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