Bunter Karnevalsauftakt in Köln: Sturmwarnung am Abend

Köln/Düsseldorf – Zum Auftakt des Straßenkarnevals drohte den Jecken im Rheinland ungemütliches Wetter. Am Donnerstag gab es eine Gedenkminute.

Karnevalistinnen feiern vor dem Kölner Dom und werfen Konfetti in die Höhe.
Karnevalistinnen feiern vor dem Kölner Dom und werfen Konfetti in die Höhe.  © Oliver Berg/dpa

Mit Weiberfastnacht beginnen am Donnerstag (11.11 Uhr) die tollen Tage bis Aschermittwoch. Vielerorts übernehmen die Frauen die Macht in den Rathäusern, fordern Stadtschlüssel ein und schneiden Krawatten ab.

"Weiberfastnacht ist für uns Frauen hier in Köln der höchste Feiertag", sagte die Sprecherin des Festkomitees Kölner Karneval, Tanja Holthaus.

Wettermäßig wird's nicht ganz so toll. Zwar müssen die Narren nicht frieren - es so um die elf Grad warm - aber es könnte ab und zu etwas Nieselregen geben. Und vor allem wird es windig. Am Donnerstagabend drohen sogar Sturmböen, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (TAG24 berichtete).

Insbesondere in Köln, wo an Weiberfastnacht immer viele hunderttausend Besucher erwartet werden, ist der Tag auch eine Herausforderung. Die Polizei trifft Vorsorge dafür, dass die tollen keine wilden Tage werden: Mehr als 1000 Beamte werden dort eingesetzt.

Update, 15.52 Uhr: Rettungsdienst bisher mit 244 Einsätzen

Nun hat auch die Feuerwehr eine erste Zwischenbilanz gezogen. Bis etwa 15.30 Uhr habe es 244 Einsätze des Rettungsdienstes gegeben und damit 37 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Update, 15.28 Uhr: 13.000 Jecke feiern an der Uni-Mensa

Nach Angaben der Stadt Köln feiern aktuell 13.000 Jecken an der Bühne an der Uni-Mensa. Dort spielen Bands wie Kasalla und Querbeat.

Die Polizei spricht bisher von einer "relativ entspannten Lage". Zu schweren Zwischenfällen sei es bisher nicht gekommen. Bei den leider üblichen Schlägerein habe bislang noch kein Jeck schwere Verletzungen erlitten.

Update, 15.08: Sturmwarnung für Köln

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt ab 18 Uhr vor Sturmböen in Köln. Diese könnten Geschwindigkeiten von bis zu 85 km/h, in Schauernähe sogar bis 100 km/h erreichen. Die Warnung wurde auch durch NINA verbreitet und gilt bis Mitternacht.

Update, 14.27 Uhr: Sperrung am Zülpicher Platz

Wie die Stadt soeben bekannt gab, wurde der Zugang zu Zülpicher Straße vom Zülpicher Platz aus gesperrt. Dort halten sich derzeit zu viele Feiernde auf.

An den Zugangskontrollen zur KVB-Haltestelle bildete sich ein Rückstau bis auf die Fahrbahn des Hohenstaufenrings. Derzeit halten die Bahnen der Linien 12 nicht am Zülpicher Platz, die Linien 1,7 und 9 in Richtung Neumarkt durchfahren die Haltestelle "Heumarkt" ohne Halt.

Update, 11.16 Uhr: Die Jecken sind los

Pünktlich um 11.11 Uhr startete in Köln und vielen anderen Städten die fünfte Jahreszeit des Straßenkarnevals. Der traditionellen Schlüsselübernahme in den Rathäusern folgen sechs jecke Tage, bis am Aschermittwoch alles vorbei ist.

Das Wetter ist besser als erwartet, kurzzeitig schien sogar die Sonne.

Update, 10.46 Uhr: Karnevalisten gedenken der Opfer von Hanau

Henriette Reker gedenkt mit dem Kölner Dreigestirn kostümiert bei einer Schweigeminute der erschossenen Opfer der Gewalttat von Hanau während des Empfangs des Dreigestirns im Kölner Rathaus.
Henriette Reker gedenkt mit dem Kölner Dreigestirn kostümiert bei einer Schweigeminute der erschossenen Opfer der Gewalttat von Hanau während des Empfangs des Dreigestirns im Kölner Rathaus.  © Oliver Berg/dpa

Das Kölner Dreigestirn aus Prinz, Bauer und Jungfrau und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker haben am Donnerstag mit einem Schweigemoment der Opfer von Hanau gedacht. Im Historischen Rathaus hielten die Karnevalisten inne.

Bei der Gewalttat im hessischen Hanau hatte ein Mann am Mittwochabend zehn Menschen und sich selbst getötet.

Reker sprach den Angehörigen der Opfer, den Verletzten und allen Hanauern ihre tief empfundene Anteilnahme aus.

"Hier in Köln wollen wir in den kommenden Tagen das Leben feiern, wie wir es jedes Jahr machen", sagte die parteilose Politikerin, die 2015 selbst von einem fremdenfeindlichen Attentäter lebensgefährlich verletzt worden war. Das "furchtbare Ereignis" in dem nur 200 Kilometer entfernten Hanau bedrücke alle Feiernden "auf ganz besondere Weise", sagte Reker.

Der Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn, von Beruf Beerdigungsunternehmer, sagte: "Im Leben und vor allen Dingen im Karneval sind die Momente der überschäumenden Freude und des Feierns und die der Trauer und die stillen Momente immer nah beieinander. Heute, in den Stunden, überwiegt bei uns allen, glaube ich, die Fassungslosigkeit."

Update, 9.42 Uhr: Karnevalstouristen treffen ein

Tausende von Karnevalstouristen sind am Donnerstag in Köln eingetroffen. Viele von ihnen posierten für Fotos vor dem Kölner Dom.

Das Wetter ist bedeckt, aber trocken und mild. Vor dem Hauptbahnhof zeigt die Polizei starke Präsenz.

Eine Gruppe verkleideter Männer fotografieren eine weibliche Karnevalistengruppe vor dem Kölner Dom. Die Weiberfastnacht leitet den Beginn des Straßenkarnevals ein.
Eine Gruppe verkleideter Männer fotografieren eine weibliche Karnevalistengruppe vor dem Kölner Dom. Die Weiberfastnacht leitet den Beginn des Straßenkarnevals ein.  © Roberto Pfeil/dpa

Update, 9.31 Uhr: Gedenkminute für Opfer von Hanau

Nach den tödlichen Schüssen von Hanau (TAG24 berichtete) soll heute beim Empfang des Dreigestirns bei der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit einer Schweigeminute der Opfer gedacht werden. Das sagte ein Sprecher des Kölner Festkomitees der dpa am Donnerstagmorgen auf Anfrage.

Das Dreigestirn trifft die Oberbürgermeisterin um 10 Uhr im historischen Rathaus, bevor um 11.11 Uhr der Kölner Straßenkarneval beginnt.

"Im Karneval liegen stille Momente und überschäumende Freude oft nah beieinander", sagte der Sprecher des Festkomitees. Zu Altweiber werden Hunderttausende Feiernde in Köln erwartet.

Update, 8.12 Uhr: Sprecherin: Coronavirus wirkt sich bisher nicht auf den Karneval aus

In Köln werden zum Karnevalsauftakt hunderttausende Besucher erwartet.
In Köln werden zum Karnevalsauftakt hunderttausende Besucher erwartet.  © Federico Gambarini/dpa

Das Coronavirus hat nach Angaben des Festkomitees Kölner Karneval bisher keine Auswirkungen auf das närrische Treiben. Zwar würden die Bützjes (Küsschen) nicht gezählt und insofern könne man es schlecht nachprüfen, sagte Tanja Holthaus, Sprecherin des Festkomitees. Doch insgesamt gelte: "Bisher spüren wir keine Auswirkungen."

Natürlich kämen sich die Menschen im Karneval näher als sonst – zum Beispiel beim Schunkeln. Ein paar einfache Hygieneregeln sorgten aber schon für unbeschwertes Feiern: "Händewaschen, in die Armbeuge husten und all die anderen Kleinigkeiten, die man in der Erkältungszeit sowieso beachten sollte. Da ist der Umgang mit dem Coronavirus nicht anders als mit anderen Krankheiten, die übertragen werden können."

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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