Für Kölner fast Alltag: So läuft die Entschärfung einer Bombe

Köln – In dieser Woche gab es in Köln gleich zwei Weltkriegsbomben, die in Buchheim und Zollstock erfolgreich entschärft wurden. Für diese wichtige Tätigkeit gibt es einen festen Ablaufplan, der jedoch nicht immer eingehalten werden kann.

1. Die Suche

Zurzeit werden in NRW relativ viele Bomben gefunden. Der Grund dafür ist die rege Bautätigkeit. Denn wo gebaut werden soll, wird zuvor geprüft, ob dort ein Blindgänger liegen könnte. Dazu werden alte Luftbilder ausgewertet. Vor Ort checken Experten dann mit Detektoren, ob die Erde rein ist oder nicht.

Rein präventiv wird nicht nach Kriegsüberresten gesucht. Es gibt allerdings auch Zufallsfunde, wie im Sommer 2018 durch den niedrigen Pegel des Rheins.

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2. Die Prüfung

Wenn ein verdächtiger Fund gemacht wird, übernimmt der Kampfmittelräumdienst. Dieser ist neben Bomben auch für Granaten, Minen und Munition zuständig. Die Experten rücken an und prüfen den Blindgänger. Je nach Bauart und Zünder müssen die Blindgänger unterschiedlich entschärft werden, in manchen Fällen müssen die Weltkriegsbomben auch vor Ort oder an einem sicheren Ort kontrolliert gesprengt werden. In Köln ist dies die Rheinaue in Westhoven.

In der Regel legen die Bombenentschärfer jedoch anhand der möglichen Sprengkraft der Bombe einen Evakuierungs-Radius fest. Dann müssen die Entschärfer zunächst warten.

© Brandon Lee Posse /dpa

3. Die Evakuierung

Um Gefahren auszuschließen, müssen vor der Entschärfung alle Personen in dem definierten Umkreis ihre Wohnungen verlassen. Dazu gibt es Sperrungen und Klingeldurchgänge. Alte bzw. schwache Personen werden per Krankentransport in Sicherheit gebracht. In Köln wird in diesen Fällen eine Anlaufstelle für Betroffene eingerichtet.

Erst nach dem zweiten Klingeldurchgang wird die Freigabe für Entschärfung erteilt. Für die Entschärfung kommt es dann in manchen Fällen auch zu Einschränkungen im Bahn- und Luftverkehr.

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4. Die Entschärfung

Wenn die Umgebung erfolgreich evakuiert worden ist, beginnt der kniffligste Teil der Arbeit. Die Bombe kann nun von den Experten entschärft werden. Dazu kommen teilweise auch Hilfsmittel wie Roboter zum Einsatz.

Auch wenn die Entschärfter über viel Wissen und Erfahrung verfügen, ist ihr Job sehr gefährlich. Denn die Bomben können auch nach langer Zeit noch explodieren. Leider kommt es daher auch manchmal zu Zwischenfällen.

Die Entschärfung selbst dauert unterschiedlich lang. Nach der Entfernung des Zünders ist die Bombe nicht mehr gefährlich und kann abtransportiert werden.

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5. Entwarnung

Nach der Entschärfung geben die Verantwortlichen Entwarnung. Die Sperrungen werden nach und nach aufgehoben und die Anwohner können zurück in ihre Wohnungen. Die Bombe wird abtransportiert.

Die Gefahr wurde abgewehrt. Allerdings ist es aufgrund der Masse an Blindgängern nur eine Frage der Zeit, bis sich der Ablauf ab Punkt 1 beim nächsten Fund erneut wiederholt.

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Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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