Erzbischof Woelki: "Nationalistisches Denken führt ins Verderben!"

Köln - Der Kölner Erzbischof Rainer Woelki hat die Menschen aufgerufen, sich stärker für Europa und das friedliche Zusammenleben der Menschen zu engagieren.

Erzbischof Rainer Woelki hat bei seiner Silvesterpredigt deutlich Worte gefunden.
Erzbischof Rainer Woelki hat bei seiner Silvesterpredigt deutlich Worte gefunden.  © dpa Montage

"Europa braucht Menschen, die sich lieber wieder in einer Volkspartei gestaltend engagieren, statt sich zynisch in Twitter oder anderen Social-Media-Debatten zurückzulehnen", hieß es in Woelkis Silvesterpredigt im Kölner Dom.

Europa könne nur solidarisch die Herausforderungen von Krieg und Frieden, Migration und Integration meistern.

"100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges - der Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts - bedarf es der Erinnerung, wohin nationalistisches Denken und nationalistische Politik Menschen führen: ins Verderben!", betonte der Kardinal.

"Wir haben uns so sehr gewöhnt an ein Leben in Sicherheit (...), dass wir offensichtlich nicht mehr wissen, was wir da aufs Spiel setzen beziehungsweise verspielen, wenn der Trend zu Nationalismus und Abschottung sich weiter durchsetzen."

Missbrauchs-Studie treibt Erzbischof Woelki "Schamesröte ins Gesicht"

Auch auf die 2018 vorgestellte Missbrauchs-Studie, die den sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche in der katholischen Kirche aufgearbeitet hat, ging Woelki erneut ein.

"Dass solche Verbrechen in unserer Kirche möglich waren, macht betroffen und treibt Schamesröte ins Gesicht", sagte der Erzbischof.

Titelfoto: dpa Montage


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