Kölner Koch-Ikone Biolek verrät sein Weihnachtsgericht

Köln – Alfred "Bio" Biolek kocht nur noch an Heiligabend selbst. An diesem besonderen Tag greift er auf ein altes Familienrezept zurück.

Alfred Biolek (85) kocht nur noch an Heiligabend selbst.
Alfred Biolek (85) kocht nur noch an Heiligabend selbst.  © Oliver Berg/dpa

Der einstige Grandseigneur der gehobenen Fernsehunterhaltung bereitet zum Fest traditionell Serviettenknödel zu. Die werden in einem Papiertuch oder einer Folie gedampft und dann mit einem Faden geschnitten.

Dazu steuert Scott Biolek-Ritchie, sein Adoptivsohn, ein Hirschragout bei.

"Meine Eltern haben Weihnachten immer sehr intensiv gefeiert - und sehr familiär", erinnert sich "Bio". "Wir sind nicht rausgegangen, sondern wir haben das zuhause gefeiert."

Alfred Biolek wurde 1934 in Freistadt, heute Karviná, im Osten Tschechiens geboren. "Meine Mutter hat gekocht, weihnachtliche Gerichte", erinnert er sich. "Das war schön. Sehr gemütlich und sehr gut."

Von seiner Mutter hat er die Vorliebe für gutes Essen geerbt, da ist er sich sicher. Als Kind hat er allerdings noch nicht mitgekocht, das kam später.

Ein Sturz veränderte sein Leben

Alfred Biolek feiert Heiligabend in Ruhe und ohne Geschenke.
Alfred Biolek feiert Heiligabend in Ruhe und ohne Geschenke.  © Oliver Berg/dpa

Ein Vierteljahrhundert war der promovierte Jurist eine feste Größe im Fernsehen, allein die Talkshow "Boulevard Bio" lief zwölf Jahre. Das Publikum liebte ihn mit all seinen Schrulligkeiten.

Der steif durchgedrückte Oberkörper, die Stichwortkärtchen, das Räuspern - all das gehörte zu "Bio". Mit "Alfredissimo" etablierte er 1994 eine der ersten Kochshows.

2010 veränderte dann ein schwerer Treppensturz sein Leben. Er lag im Koma, wusste danach nicht mehr, wer er war. Scott las ihm seine eigenen Memoiren vor, so kam die Erinnerung zurück. Seitdem lebt der frühere Fernsehstar sehr zurückgezogen.

Heute feiert er Heiligabend mit Freunden, insgesamt sind sie zu Acht. Vorspeise und Nachtisch bringen die Gäste mit.

Früher war die Atmosphäre recht formell, mit Sakko und Krawatte. Jetzt ist es entspannter - was Scott zu schätzen weiß: "Es ist sehr gut, dass es so geworden ist. Anzug und Krawatte brauch' ich wirklich nicht an Heiligabend. Aber die Zeiten haben sich eben auch verändert."

Die Bescherung sparen sie sich: Ihr Geschenk ist das Zusammensein. "Und das Erzählen."

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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