Drogenkonsum am Kölner Neumarkt: Stadt plant provisorische Hilfe

Köln - Der offene Drogenkonsum und Handel ist am Kölner Neumarkt seit Jahren ein Problem. Die Stadt hat jetzt einen Fahrplan aufgestellt, um Drogenberatung vor Ort und einen Konsumraum einzurichten. Zunächst ist mal wieder ein Provisorium in Fahrzeugen, später in einem Container geplant. Aktuell steht der Drogenkonsum am Neumarkt wegen eines Kunstwerks im Fokus.

Der Konsum von Drogen am Kölner Neumarkt kann täglich beobachtet werden. (Symbolbild)
Der Konsum von Drogen am Kölner Neumarkt kann täglich beobachtet werden. (Symbolbild)  © 123RF

Zunächst sollen ab Jahresende 2019 zwei Fahrzeuge mit Aufenthaltsräumen aufgestellt werden. Als Ort hat die Stadtverwaltung den Cäcilienhof in der Jabachstraße fußläufig vom Neumarkt im Auge.

Ein Auto ist als Beratungsmobil geplant, das andere als Konsumraum unter medizinischer Aufsicht. Den Kostenplan hierfür hatte die Stadt im April vorgestellt.

Die Anschaffungskosten für die Autos liegen demnach bei rund 200.000 Euro. Der Betrieb mit Personal von montags bis freitags soll pro Jahr 800.000 Euro kosten, so die Rechnung aus dem April 2019.

Laut Stadt sind die Drogenhilfe-Mobile keine dauerhafte Lösung und bieten nicht genug Platz, um das Drogenproblem am Neumarkt zu lösen.

Deshalb soll ab Ende 2020 ein provisorischer Drogenkonsumraum in Leichtbauweise aufgestellt werden. Als Ort ist bislang der hintere Bereich des Josef-Haubrich-Hofs geplant, heißt es.

Die direkte Nähe zur Volkshochschule, zur Stadtbibliothek und Museen ist aus Sicht der Stadt eine Herausforderung: Die enge Zusammenarbeit von Polizei, Ordnungsamt und den Einrichtungen sei erforderlich, heißt es.

Langfristig soll deshalb ohnehin ein festes Drogenhilfeangebot in der Nähe des Neumarkts gefunden werden. Der Plan bislang: Die Substitutionsambulanz in der Lungengasse soll ausziehen, das Drogenhilfeangebot einziehen.

Dafür braucht die Stadt aber einen alternativen Standort für die Ambulanz. Eine Lösung werde für 2022 angestrebt, heißt es. Bis dahin soll mindestens mit den provisorischen Lösungen gearbeitet werden.

1259 Polizeieinsätze am Kölner Neumarkt im Jahr 2018

Drogensüchtige sollen in den Konsumräumen Hilfe erhalten und hygienische Bedingungen erhalten.
Drogensüchtige sollen in den Konsumräumen Hilfe erhalten und hygienische Bedingungen erhalten.  © 123RF

Die Polizei sieht im Neumarkt einen Treffpunkt für Obdachlose und Drogenabhängige.

Ein Grund dafür sei die Nähe hier ansässiger Hilfseinrichtungen.

Daher komme es neben der Drogenkriminalität auch zu Beschaffungskriminalität wie Diebstahl.

Die Polizei sieht eine Verbesserung der Lage nur möglich durch die Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartern von Gesundheitsamt und Ordnungsamt der Stadt Köln sowie Suchtclearing.

Nur polizeiliche Maßnahmen reichten nicht aus, so ein Sprecher der Polizei. 2018 gab es insgesamt 1259 Polizeieinsätze am und auf dem Neumarkt.

Titelfoto: 123RF

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