AfD, Pegida, Identitäre und Linke: Das kommt am Sonntag auf Köthen zu

Köthen - Wie viele Teilnehmer erwartet werden, dazu wollte sich die Polizei noch nicht äußern. Fest steht jedoch, dass gleich mehrere Gruppierungen von Links und Rechts für Sonntag zu Demonstrationen in Köthen aufgerufen haben. Neben dem fremdenfeindlichen Pegida-Bündnis ist auch die AfD dabei.

Bei den Demonstrationen vergangene Woche waren Beamte der Polizei aus verschiedenen Bundesländern, berittene Einsatzkräfte und sogar ein Wasserwerfer vor Ort.
Bei den Demonstrationen vergangene Woche waren Beamte der Polizei aus verschiedenen Bundesländern, berittene Einsatzkräfte und sogar ein Wasserwerfer vor Ort.  © DPA

AfD-Kreischef von Anhalt-Bitterfeld, Daniel Roi, hat dazu aufgerufen, sich an einem Marsch veranstaltet von Pegida und dem rechtsgerichteten Verein "Zukunft Heimat" anzuschließen. Die AfD lehne Extremismus ab, erklärte der Kreischef, der Verein gehöre jedoch zu einer breiten bürgerlichen Protestbewegung.

Aus dem Potsdamer Innenministerium hieß es hingegen, der brandenburgische Verfassungsschutz sieht bei dem Verein organisatorische und personelle Überschneidungen mit der rechtsextremen "Identitären Bewegung" (TAG24 berichtete).

Der Marsch ist für 17.30 Uhr geplant. Eine Gegenkundgebung der Gruppierungen "Halle gegen Rechts", "Leipzig nimmt Platz", "BlockMD Magdeburg", "Dessau Nazifrei" und "Querfurt für Weltoffenheit" soll bereits um 15 Uhr auf dem Köthener Bahnhofsplatz stattfinden. Eine Demonstration ist ab 17 Uhr vorgesehen, ebenfalls auf dem Bahnhofsplatz.

Wie sich die Polizei in Anbetracht der zu erwartenden Ereignisse aufstellt, ließ die Behörde noch offen.

Der 22-Jährige Markus B. starb vergangenen Sonnabend, nachdem er sich schlichtend in einen Streit zwischen mehreren afghanischen Staatsbürgern eingeschaltet hatte und ins Gesicht geschlagen wurde, so die Angaben der Behörden. Zwei Verdächtige sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

In Folge des Vorfalls war es in Köthen bereits zu mehreren Demonstrationen gekommen. An einem Trauermarsch am vergangenen Sonntag beteiligten sich etwa 2500 Menschen, darunter laut Verfassungsschutz auch 500 Rechtsextremisten. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Volksverhetzung (TAG24 berichtete).


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