Demonstrationen in Köthen: Polizei verhindert Übergriffe, AfD sendet Grüße

Köthen - Eine Woche nach dem Tod von Markus B. auf einem Spielplatz in Köthen haben am Sonntag wieder mehrere Gruppen zu Demonstrationen in der Stadt aufgerufen. Eine Kundgebung linker Gruppierungen war für 15 Uhr geplant. Auch die Polizei setzt wieder auf starke Präsenz.

Der Köthener Marktplatz wurde bereits am frühen Nachmittag eingezäunt.
Der Köthener Marktplatz wurde bereits am frühen Nachmittag eingezäunt.  © Matthias Strauß

So wurde bereits am frühen Nachmittag der Marktplatz eingezäunt. Zudem rücken aus allen Richtungen Polizeikräfte an. Mehr als 1000 Beamte sollen sich der Behörde zufolge im Einsatz befinden. Erneut werden Wasserwerfer und eine Reiterstaffel bereitgehalten.

Der rechte Aufmarsch ist für 17.30 Uhr geplant. Eine Gegendemo linker Gruppierungen sollte um 15 Uhr auf dem Bahnhofsplatz starten (TAG24 berichtete).

Aus Protest gegen die anreisenden Demonstranten hatten die Köthener bereits am Samstag ihren Marktplatz mit Friedenszeichen bemalt (TAG24 berichtete). Zudem haben am Sonntag hunderte Menschen einen Friedensgottesdienst in der Jakobikirche gefeiert.

"Die Stimmung in der Stadt ist ganz ohne Zweifel angespannt", sagte der Kirchenpräsident der Anhaltischen Landeskirche, Joachim Liebig. Er äußerte die Hoffnung, dass sich keine Köthener der Demonstration mehrerer rechter Gruppierungen anschließen. Er warb dafür, miteinander ins Gespräch zu kommen, wie man künftig miteinander leben wolle.

Nach Behördenangaben starb der schwer herzkranke 22-Jährige an einem Infarkt, nachdem er sich schlichtend in einen Streit zwischen mehreren afghanischen Staatsbürgern eingeschaltet hatte und ins Gesicht geschlagen wurde (TAG24 berichtete). Zwei 18 und 20 Jahre alte Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

Update, 21 Uhr:

Die rechte Demo ist offiziell für beendet erklärt.

Update, 20.20 Uhr:

Kurz vor dem Ende treffen beide Demos doch noch vor dem Rathaus aufeinander. Nur ein starker Polizeigürtel verhindert Schlimmeres.

Die Thüringer AfD-Landtagsabgeordnete rief die Teilnehmer der rechten Demo laut "MZ" dazu auf, am 28. September nach Erfurt zu kommen. Darüber hinaus soll sie "beste Grüße" von Fraktionschef Björn Höcke bestellt haben.

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Update, 20 Uhr:

Die Demonstrationen rechter Gruppierungen sowie die Gegenproteste sind laut Einschätzung der Polizei bislang "weitestgehend störungsfrei" verlaufen.

Nach Schätzungen zog es in etwa 1300 Menschen zu einer rechtsgerichteten Kundgebung und Demo auf dem Markt, zu der unter anderem das fremdenfeindliche Dresdner Pegida-Bündnis aufgerufen hatte. In etwa halb so viele beteiligten sich an einer Kundgebung und Demo gegen rechte Hetze, die vom Bahnhof aus startete.

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Update, 19.15 Uhr:

Wie die "MZ" berichtet, sollen sich einige Teilnehmer der rechten Demo von dem Trauermarsch abgespalten haben und versuchten, zu den Gegendemonstranten zu gelangen. Die Polizei stoppte sie jedoch.

Update, 18.30 Uhr:

Die Kundgebung rechtsgerichteter Gruppierungen in der Kleinstadt Köthen in Sachsen-Anhalt hat begonnen. Nach bisherigen Schätzungen waren es zu Beginn etwa 700 Teilnehmer mit steigender Tendenz. Viele Deutschlandfahnen wehten, auf Plakaten standen Aufschriften wie: "Wir sind Chemnitz! Wir wollen keine Messermänner", auf einem Transparent war "Danke Herr Maaßen für die Wahrheit" zu lesen. "Merkel-muss-weg"-Rufe ertönten.

Auch AfD-Vertreter waren in Köthen, darunter Ex-Fraktionschef André Poggenburg. Am Rande sprach er von einer "Gewaltserie", die es in Deutschland gebe, und machte die Politik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dafür mitverantwortlich.

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Update, 17.55 Uhr:

Auf dem Marktplatz haben sich derweil zwischen 500 und 1000 Menschen zusammengefunden, um an der von Pegida und anderen rechten Gruppierungen angemeldeten Demonstration teilzunehmen. Deutschland-Flaggen und Fahnen mit dem Logo der AfD zu sehen. Die Zahl der Gegendemonstranten wurde laut "MZ" vom Veranstalter mittlerweile mit etwa 800 angegeben.

Hunderte Menschen hatten nach dem Todesfall auf dem Marktplatz von Köthen demonstriert.
Hunderte Menschen hatten nach dem Todesfall auf dem Marktplatz von Köthen demonstriert.  © Tom Wunderlich

Update, 16.55 Uhr:

Neben Einsatzkräften positionierte die Polizei im Bahnhofsbereich auch zwei Wasserwerfer. Auf die Kundgebung soll um 17 Uhr ein dem Demonstrationszug folgen. Laut aktuellem Stand bereiten sich die Teilnehmer derzeit darauf vor.

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Update, 16.10 Uhr:

Auf dem Bahnhofsplatz hat die Kundgebung "Der extremen Rechten entgegentreten" begonnen. Bis zu 500 Demonstranten haben sich dazu nach aktuellem Stand zusammengefunden. Zu der Kundgebung hatten verschiedene linke Gruppierungen aufgerufen, darunter "Halle gegen Rechts", "Leipzig nimmt Platz" und das "Bündnis Dessau Nazifrei".

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Die Polizei setzt auch an diesem Sonntag wieder auf Präsenz. Einsatzkräfte rücken aus allen Richtungen an.
Die Polizei setzt auch an diesem Sonntag wieder auf Präsenz. Einsatzkräfte rücken aus allen Richtungen an.  © Matthias Strauß

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