Koffeinpulver bringt Power: Mit diesen Folgen hätte niemand gerechnet

Deutschland - Koffeinpulver ist ein legales Nahrungsergänzungsmittel und besonders bei Teenagern als Wachmacher beliebt. Nur die wenigsten Eltern wissen, in welche Gefahr sich ihre Sprösslinge begeben.

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Nahrungsmittel-Missbrauch - die unerkannte Gefahr

Wenn ihr bei Missbrauch nur an Drogen denkt, ist es an der Zeit umzudenken. Auch scheinbar harmlose Stoffe können uns schaden.

Neu ist die Problematik nicht. Bereits im Jahre 2014 schockierte die Geschichte von Logan Stiner die Medien. Der durchtrainierte Ringer puschte sich mit Koffeinpulver auf.

Als man seine Leiche fand, ließen sich 70 Milligramm Koffein pro Liter Blut nachweisen. Damit war die Koffeinkonzentration 23 mal so hoch wie bei einem regelmäßigen Kaffeekonsum.

Zehn Gramm Koffein können töten

Den Wenigsten ist bewusst, dass scheinbar natürliche Stoffe auch gefährlich sein können. Koffeinpulver zählt zu den Nahrungsergänzungsmitteln und ist damit frei verkäuflich. In einer Tasse Kaffee sind zwischen 50 und 100 Milligramm Koffein enthalten.

Ab fünf bis zehn Tassen kann es zu toxischen Erscheinungen kommen. Tödlich enden kann der Koffeinschub ab fünf Gramm, was etwa 50 Tassen Kaffee entspricht.

Wird frei verkäufliches Koffeinpulver in Flüssigkeit gemischt, sind entsprechende Dosierungen nicht ausgeschlossen. Jüngst wurde ein ähnlicher Fall in Passau bekannt. Am dortigen Klinikum mussten zwei Teenager stationär aufgenommen werden, nachdem sie Koffeinpulver geschnupft hatten.

Bei Überdosierungen können Bewusstseinsstörungen, Herzrasen und Nierenprobleme auftreten. Im Extremfall droht Herzstillstand.

Power-Pillen nicht unkontrolliert einnehmen

Teenager möchten nicht auf lange Partynächte verzichten. Mit der Ernährung nehmen sie es ebenfalls nicht unbedingt genau. Schließlich gibt es Pillen mit Vitaminen und Mineralstoffen.

Doch Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine gesunde und vollwertige Ernährung. Junge Menschen sind meist ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Mangelerscheinungen machen sich erst nach Jahren bemerkbar, wenn die körpereigenen Speicher aufgebraucht sind.

Die erhoffte Wirkung der Präparate bleibt aus. Während überschüssiges Vitamin C wieder ausgeschieden wird, lagern sich andere Vitalstoffe im Körper an und können Verdauungsbeschwerden und andere Störungen nach sich ziehen.

Vorsicht vor falschen Versprechungen

Viele Teenager möchten nicht nur wach bleiben, sondern auch möglichst schnell Muskeln aufbauen und ihre Ausdauer beim Sport verbessern. Nahrungsergänzungsmittel, welche diese Versprechungen machen, enthalten nicht selten illegale Substanzen, welche der Gesundheit schaden können.

Günstige Preise und der einfache Bezug über das Internet verleiden zu unüberlegten und vorschnellen Käufen, der häufig hochdosierten aber minderwertigen Präparate. Eine Liste mit auf verbotene Stoffe getesteten Nahrungsergänzungsmitteln hat der Olympiastützpunkt Rheinland herausgegeben.

Auf dem Weg zur Traumfigur greifen Teenager häufig auch zu Appetitzüglern. Diese Nahrungsergänzungsmittel können zwar dabei helfen, Gewichtsprobleme in den Griff zu bekommen, sollten jedoch nicht als Wunderpille verstanden werden.

“Appetitzügler wirken nur in Kombination mit einer entsprechenden Anpassung der Ernährung und mehr Bewegung”, wie auf supplementbibel.de zu lesen ist.

Besonders jungen Menschen wird über die Medien häufig suggeriert, dass sie Power-Pillen einnehmen sollen, um mehr zu leisten und damit ihr Ansehen zu verbessern. Dem erliegen viele und statt auf die eigenen Leistungen zu vertrauen, werden zusätzlich Pillen konsumiert.

Die Hemmschwelle sinkt und damit beginnt ein Teufelskreis, der nicht selten in Tablettenmissbrauch und Drogensucht endet.

Das Problem ist längst keine große Unbekannte mehr. Dennoch werden Nahrungsergänzungsmittel bislang lediglich auf Hygiene, Auszeichnung und Verpackung geprüft und damit wie ein herkömmliches Lebensmittel behandelt.

Der Verbraucherschutz fordert die Einfuhr einer Zulassungspflicht mit Sicherheitsüberprüfung für Nahrungsergänzungsmittel. Der Markt wird jährlich mit über 5.000 neuen Pillen und Pulvern überschwemmt, welche bei unsachgemäßem Umgang zur Gefahr werden könnten.


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