Kohlekommission in der Lausitz: Wie geht's nun weiter nach dem Ende der Braunkohle?

Weisswasser - Wie weiter nach dem Ende der Braunkohle? Dazu soll die Kohlekommission Vorschläge machen. Unter lautstarken Protesten von Tausenden Braunkohle-Mitarbeitern hat sie sich in Weißwasser zur Auswärtssitzung getroffen. Mit vor Ort: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (43, CDU).

Braunkohlebagger im Tagebau Nochten. Klimaforscher mahnen "beispiellose Veränderungen" an, um Erwärmung der Erde noch auf 1,5 Grad zu beschränken. Dazu gehört der Kohle-Ausstieg.
Braunkohlebagger im Tagebau Nochten. Klimaforscher mahnen "beispiellose Veränderungen" an, um Erwärmung der Erde noch auf 1,5 Grad zu beschränken. Dazu gehört der Kohle-Ausstieg.  © dpa/Monika Skolimowska

Es war der einzige geplante Vor-Ort-Termin des Gremiums in einem Kohlerevier. Es ging bei der Revierfahrt darum, die Region mit ihren Problemen kennenzulernen. Etwa 1000 Braunkohle-Mitarbeiter und Gewerkschafter demonstrierten lautstark mit Trillerpfeifen und Trommeln vor dem Sitzungsort für ihre Jobs.

In der Lausitz liegt das zweitgrößte Braunkohlerevier Deutschlands, 8 000 Mitarbeiter beschäftigt der Tagebau- und Kraftwerksbetreiber Leag. Kein Wunder, dass die Angst umgeht: "Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie eine ganze Wirtschaft den Bach runtergeht und die ganze Region und Familien und Arbeitsplätze zerstört werden", so Oliver Heinrich (41) von der Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie.

Die Kommission soll auch ein Datum für das Ende der klimaschädlichen Verstromung der Kohle festlegen. Sachsen und Brandenburg fordern konkrete Projekte vom Bund für alternative Jobs in der Lausitz. Sie müssten dabei helfen, den seit vielen Jahren laufenden Strukturwandel "weiter gut für die Region zu gestalten", so Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (56, SPD).

Er verlangte eine ehrliche Diskussion nicht nur über die Energiewende, sondern auch über Chancen und Möglichkeiten in der Region.

Sein sächsischer Amtskollege Michael Kretschmer betonte, dass die Länder dafür kämpfen würden, dass die Kohle nicht einfach wegbreche. "Sondern, dass wir eine Chance haben, Neues aufzubauen, bevor Altes kaputtgeht."

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (43, CDU) sprach mit den Demonstranten in Weißwasser.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (43, CDU) sprach mit den Demonstranten in Weißwasser.  © dpa/Monika Skolimowska
LEAG-Mitarbeiter sind sauer. Gut bezahlte Industriejobs wie in der Kohleindustrie sind in der Lausitz nicht gerade üppig gesät.
LEAG-Mitarbeiter sind sauer. Gut bezahlte Industriejobs wie in der Kohleindustrie sind in der Lausitz nicht gerade üppig gesät.  © dpa/Monika Skolimowska
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (56, SPD). Auch er fordert vom Bund Ersatz für die wegfallenden Jobs.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (56, SPD). Auch er fordert vom Bund Ersatz für die wegfallenden Jobs.  © dpa/Monika Skolimowska

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