Kollegah-Konzert vor Absage? Hass auf Juden, Frauen und Schwule? Das sagt der Rapper zu den Vorwürfen

München - Hass auf Juden, Schwule und Frauen? Diese Vorwürfe begleiten die Karriere von Skandalrapper Kollegah (35) seit Jahren - und treffen ihn nun vor einem Konzert in München. Jetzt hat er seinen Fans gesagt, was er davon hält.

Kollegah hat sich zu den Antisemitismus-Vorwürfen geäußert.
Kollegah hat sich zu den Antisemitismus-Vorwürfen geäußert.  © Matthias Balk/dpa

Der äußerst umstrittene Musiker hat in diesem Zusammenhang erneute Antisemitismus-Vorwürfe gegen ihn entschieden zurückgewiesen.

"Ich hab' mit Antisemitismus nichts zu tun, davon distanziere ich mich", sagte er nach Angaben seines Managements am späten Donnerstagabend bei einem Auftritt in Leipzig. Er fügt darüber hinaus auch an: "Einer meiner besten Freunde ist Jude."

Der "Vorwurf der Frauenfeindlichkeit, der Homophobie, des Antisemitismus' und haste alles nicht gesehen", der ihn immer wieder treffe, sei falsch, sagte er auf der Bühne, wie aus Videos hervorgeht, die sein Management als Reaktion auf ebene jene verschickte.

Zuvor hatte Bayerns Antisemitismus-Beauftragter Ludwig Spaenle (58, CSU) ein geplantes Konzert von Kollegah in der bayerischen Landeshauptstadt mit mehr als deutlichen Worten erheblich kritisiert.

Aus seiner Sicht hat Kollegah sich nie ausreichend von Antisemitismus-Vorwürfen distanziert. "Der sendet Signale", sagte Spaenle. "Man könnte das geistige Brandstiftung nennen."

Bekannter Musikpreis "Echo" nach Kollegah-Eklat abgeschafft

Die Karriere des Musikers wird von schweren Vorwürfen begleitet.
Die Karriere des Musikers wird von schweren Vorwürfen begleitet.  © Matthias Balk/dpa

"Manchmal sehen die Leute uns nur von außen und können uns gar nicht so richtig einschätzen und checken eigentlich gar nicht, dass unsere Musikkultur, unser Hip-Hop eigentlich verschiedenste Leute von aller Welt mehr zusammenbringt als teilt", sagte Kollegah unter dem lauten Jubel seiner Fans.

Seine Musik stehe "dafür, dass man zusammenhält, dass man Leute nach dem Charakter beurteilt, nicht nach der Herkunft, dem Glauben oder sonstigem oder schon gar nicht der Hautfarbe".

Kollegah gilt spätestens als Skandalrapper, seit er mit Farid Bang in dem Song "0815" die Zeile "Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen" aufnahm und einen "Echo" bekam. Es gab in der unmittelbaren Folge einen Eklat, der schließlich das Aus für den bekannten Musikpreis bedeutete.

Erst kürzlich sagte die Stadt Rastatt ein für den 9. November - den Jahrestag der Pogrome gegen die Juden in Deutschland im Jahr 1938 - geplantes Konzert des Rappers mit der entsprechenden Begründung ab, seine gesungenen Texte seien antisemitisch, gewaltverherrlichend und frauenverachtend.

Die Frauenzeitschrift "Emma" kürte ihn zum "Sexist Man Alive 2019", dem größten Sexisten des Jahres. Auch den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit wies der 35-Jährige aber zurück: "Ich hab' selbst 'ne Frau."

Hass auf Juden, Schwule und Frauen? Kollegah hat seinen Fans gesagt, was der davon hält.
Hass auf Juden, Schwule und Frauen? Kollegah hat seinen Fans gesagt, was der davon hält.  © Matthias Balk/dpa

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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