Darum scheiterten Union und Cottbus kurz vorm Ziel

Dresden - Wie bitter! Der 1. FC Union Berlin und der FC Energie Cottbus scheiterten am Saisonende denkbar knapp. Beiden Traditionsclubs fehlte jeweils nur ein eigener Treffer, mit dem sie ihre Ziele erreicht hätten.

Die Energie-Spieler Leon Schneider (r.) und Keeper Avdo Spahic konnten ihr Pech nach dem Abpfiff gar nicht fassen.
Die Energie-Spieler Leon Schneider (r.) und Keeper Avdo Spahic konnten ihr Pech nach dem Abpfiff gar nicht fassen.

Gerade für Cottbus war der Schlusspfiff der schlimmste Moment der Spielzeit.

Denn Energie war in Braunschweig drauf und dran, noch den Siegtreffer zu erzielen, was aber gegen eine kampfstarke Eintracht, für die es ebenfalls um den Klassenerhalt ging, nicht mehr gelang.

So blieb es beim 1:1, durch das Cottbus mit 45 Punkten nur wegen eines einzigen Tores abgestiegen ist - wie brutal kann Fußball bitteschön sein?!

Für die Lausitzer ist es der direkte, unnötige Wiederabstieg in die Regionalliga Nordost.

Der FCE ließ über die 38 Spieltage zu viele Punkte liegen und konnte sein vorhandenes Potenzial zu selten konstant abrufen und in positive Ergebnisse ummünzen.

Offensiv überzeugte Energie mit 51 erzielten Toren zwar, ließ aber dennoch unzählige Chancen aus. Der große Schwachpunkt war allerdings die wacklige Verteidigung, die 58 Treffer fing und damit die viertschwächste Defensivreihe der 3. Liga stellte.

Oft fehlte Energie nur ein Tick, um Spiele für sich zu entscheiden. Genau der war am Ende für den extrem bitteren Abstieg von Energie verantwortlich. Das gilt übrigens auch für die Sportfreunde Lotte, die ihr zwischenzeitliches Hoch nicht bestätigen konnten und am letzten Spieltag durch ein 1:2 gegen die Würzburger Kickers ebenfalls in den sauren Abstiegsapfel beißen mussten.

Union-Aufstieg über den Umweg Relegation?

Enttäuschung: Die Unioner Florian Hübner (r.) und Robert Zulj konnten mit dem Remis in Bochum nicht zufrieden sein.
Enttäuschung: Die Unioner Florian Hübner (r.) und Robert Zulj konnten mit dem Remis in Bochum nicht zufrieden sein.

Bei Union ist die Lage (noch) nicht ganz so bitter, gut ist die Stimmung nach dem 2:2 beim VfL Bochum aber auch nicht.

Denn es war zum Haare raufen, wie viele Chancen auf den direkten Gang in die Erste Liga die Eisernen im Schneckenrennen um den Bundesliga-Aufstieg liegen ließen.

Selten war es punktemäßig so einfach, in Deutschlands Eliteklasse zu landen.

Doch Union war mental in den entscheidenden Spielen nicht stark genug, wachte darüber hinaus in den letzten beiden Auswärtspartien viel zu spät auf und muss nun den schweren Umweg über die Relegation nehmen, wo die Mannschaft von Trainer Urs Fischer im Duell mit dem VfB Stuttgart klarer Außenseiter ist.

Nur, wenn die Eisernen dem Druck diesmal standhalten können und der höheren individuellen Klasse des VfB mit mannschaftlicher Geschlossenheit, Selbstbewusstsein und Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor entgegentreten, haben die Köpenicker überhaupt eine Chance gegen den Favoriten.

Nach den Leistungen in den vergangenen Wochen ist es aber zweifelhaft, ob Unions Spieler ausgerechnet in diesen Partien ihre Top-Leistungen abrufen können.

Paderborner Durchmarsch von der 3. Liga in die 1. Bundesliga trotz Niederlage

Riesenjubel bei Paderborn: Der SCP stieg trotz einer 1:3-Niederlage in Dresden in die 1. Bundesliga auf.
Riesenjubel bei Paderborn: Der SCP stieg trotz einer 1:3-Niederlage in Dresden in die 1. Bundesliga auf.  © DPA

Auch von Union abgesehen tat sich in der 2. Liga viel. Der SC Paderborn 07 stieg durch das Remis der Eisernen trotz einer 1:3-Pleite bei Dynamo Dresden auf und marschierte damit von der 3. Liga bis in die 1. Bundesliga durch.

Ob das allerdings gut ist, darf bezweifelt werden, denn unter normalen Umständen wird der SCP in Liga eins an seine Grenzen stoßen.

Im Tabellenkeller haben sich die Fronten ebenfalls geklärt. Der SV Sandhausen rettete sich durch ein 2:2 beim SSV Jahn Regensburg, der die Saison seinerseits auf einem starken achten Platz beendete.

Auch durch diese Punkteteilung muss der FC Ingolstadt 04 in die schwere Relegation gegen den selbstbewussten Drittliga-Dritten SV Wehen Wiesbaden.

Die Schanzer verloren bei der Überraschungsmannschaft der Zweitliga-Saison, dem Fünften 1. FC Heidenheim, mit 2:4 und müssen in den zwei ausstehenden Entscheidungsspielen um den Klassenverbleib zittern.

In München nichts Neues: FC Bayern wieder Deutscher Meister

Der FC Bayern München wurde zum 29. Mal Deutscher Meister.
Der FC Bayern München wurde zum 29. Mal Deutscher Meister.  © DPA

In der 1. Bundesliga wurde der FC Bayern München wenig überraschend Deutscher Meister. Der klare 5:1-Sieg gegen ein mattes Eintracht Frankfurt erinnerte dabei an die spielerische Klasse und Leichtigkeit der vergangenen Jahre.

Für Gänsehaut-Momente sorgten bei ihrem Bundesliga-Abschied Franck Ribery und Arjen Robben mit ihren jeweiligen Treffern. Diese zwei sportlichen Ausnahmekönner werden dem Deutschen Fußball zukünftig fehlen.

Da die Mannschaft von Niko Kovac noch rechtzeitig die Kurve bekam und sogar einen zwischenzeitlichen Rückstand von neun Punkten auf Borussia Dortmund aufholte, ist der 29.- und siebte Titel in Folge definitiv verdient.

Der BVB versuchte zwar noch einmal alles und gewann auch dank eines umstrittenen ersten Treffers mit 2:0 bei Borussia Mönchengladbach, das reichte jedoch nach einigen Niederlagen und schwachen Auftritten zu viel nicht mehr, um die Münchner noch zu verdrängen.

Vor der Saison war die Meisterschaft bei den Schwarz-Gelben nicht als Ziel ausgegeben worden, doch wer zwischenzeitlich so klar vorne und auf Kurs liegt, der wird mit anderen Maßstäben gemessen, weshalb der Einbruch wohl auch einige Dortmunder besonders schmerzen wird.

Nachdem dieses Rennen am Samstag frühzeitig entschieden war, entwickelte der Kampf um die verbleibenden europäischen Ränge eine viel größere Spannung.

Leverkusen im Spielrausch in die Champions League

Kai Havertz qualifizierte sich mit Bayer 04 Leverkusen für die Champions League.
Kai Havertz qualifizierte sich mit Bayer 04 Leverkusen für die Champions League.  © DPA

Bayer 04 Leverkusen befand sich früh auf Kurs Champions League, ließ beim überzeugenden 5:1 bei Hertha BSC nichts anbrennen und sicherte sich somit verdient als letztes Team die Qualifikation für die Königsklasse.

Gladbach und Frankfurt blieb nach ihren Niederlagen gegen BVB und FCB als Trostpreis immerhin die Qualifikation für die Europa League.

In den europäischen Wettbewerb schoss sich auch der VfL Wolfsburg mit einem begeisternden 8:1-Kantersieg über einen FC Augsburg, der völlig von der Rolle war und dem großartig anzusehenden Spielfluss der bissigen Wölfe nichts entgegenzusetzen hatte.

Lange Zeit sah es auch so aus, als würde die TSG 1899 Hoffenheim ihrem scheidenden Trainer Julian Nagelsmann einen versöhnlichen Abschied bescheren. Doch nach einem Platzverweis verlor die TSG nach 2:0-Führung noch mit 2:4 beim 1. FSV Mainz 05 und rutschte auf Rang neun ab.

Kurz vor Schluss wurden die Kraichgauer auch noch vom SV Werder Bremen abgefangen, der zwar um einen Punkt die Europa League verpasste, aber dank Claudio Pizarros Tor zum 2:1 gegen RasenBallsport Leipzig für einen versöhnlichen Saisonabschluss sorgte.

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