Abnehmen, der Umwelt Gutes tun und im Supermarkt Geld sparen? Das geht!

Von Gina Gadis*

Eingeschweißte Gurken, einzeln verpackte Pralinen, Mogelpackungen, die nur zur Hälfte gefüllt sind, fünf Schinkenscheiben mit fünf Plastikscheiben verpackt - Willkommen im Supermarkt. Oder sollte ich sagen: im „Plastik-Land“?

Gina nimmt in den Supermarkt immer ein Lebensmittel-Netz für Obst und Gemüse mit.
Gina nimmt in den Supermarkt immer ein Lebensmittel-Netz für Obst und Gemüse mit.  © privat

Eigentlich will man doch nur Lebensmittel kaufen, doch das scheint in unserem Supermarkt schier unmöglich, denn zum Schluss ist der Einkaufswagen zu 50 Prozent mit Plastik-Verpackungen gefüllt. Doch mit ein bisschen Vorbereitung lässt sich unnötiger Müll vermeiden.

• Das fängt bei einer Einkaufstasche an, in welche zum Schluss der ganze Einkauf kommt und man keine unnötigen Tüten kaufen muss. Diese gibt es auch zum Zusammenknüllen in kleinen Beutelchen, manche bevorzugen den Rucksack oder kommen gleich mit ihrem Einkaufstrolley - was auf jeden Fall die rückenschonendste Variante ist.

• Des Weiteren sollte man immer 2-3 weitere kleine Beutel mitnehmen für loses Obst und Gemüse oder Backwaren, um die Einweg-Beutel/-Tüten zu vermeiden. Das können Baumwoll-Obst-und-Gemüse-Netze sein, wie es sie jetzt überall zu kaufen gibt. Ein einfaches Wäschenetz macht es auch oder man nimmt einfach alte Plastikbeutel, die man eh noch zuhause hat.

• Die größte Herausforderung stellen jedoch tierische Lebensmittel wie Fleisch- und Käsewaren dar. Hier kann man Plastikverpackungen nur an der Frischetheke umgehen, indem man seine eigenen Brotdosen, Einweggläser o.ä. mitbringt. Bisher hat das bei mir fast immer geklappt, nur manche Supermärkte stellen sich quer, wenn sie noch nicht die dafür vorgesehenen Tabletts haben.

Viele Frischwarenhändler geben die Ware auch auf vorgesehenen Tablets für eigene Verpackungen über die Theke.
Viele Frischwarenhändler geben die Ware auch auf vorgesehenen Tablets für eigene Verpackungen über die Theke.  © privat

Mit diesen Dingen sind wir bestens ausgestattet, um im Supermarkt auf so viel Verpackungsmüll wie möglich zu verzichten. Und durch eine überlegte Auswahl der Produkte können wir unsere Müllberge noch weiter verkleinern:

• Nimm lieber loses Obst und Gemüse und verpacke es in deinem mitgebrachten Beuteln.

• Nimm lieber trockene Lebensmittel, die in Pappe oder Papier eingepackt sind statt in Plastik (Nudeln, Reis, Kekse, Zucker, etc.).

• Nimm besser recycelbare Verpackungen statt Plastik: 1. Wahl: Glas (Gemüse, Milch, Wurstwaren, etc. gibt es oft auch im Glas statt in Tetrapacks oder Plastik verpackt). 2. Wahl: Konservendosen (Fleisch, Sauerkraut, etc.). 3. Wahl: Pappe/Papier (statt den eingeschweißten Brokkoli in der Gemüseabteilung lieber den in Pappe verpackt aus dem Tiefkühlregal).

• Nimm lieber Mehrwegflaschen anstelle von Einwegflasche bei Säften und Softdrinks. Aber Achtung: Pfand heißt nicht gleich Mehrweg. Diese sind gekennzeichnet durch Begriffe wie "Mehrweg", "Leihflasche" oder dem "Der Blaue Engel – Umweltzeichen".

Lebensmittel gibt es oft auch im Glas statt nur in Plastik.
Lebensmittel gibt es oft auch im Glas statt nur in Plastik.  © privat

• Nimm lieber lokale Produkte, die nicht erst von einem anderen Kontinent her transportiert wurden und somit einen unnötig hohen CO2-Abdruck hinterlassen.

• Zapfe tagesfrische regionale Milch aus dem Hahn in deine eigene Glasflasche, in welchen Filialen das möglich ist siehst du hier: https://utopia.de/in-diesen-rewe-maerkten-kann-man-sich-regionale-milch-zapfen-65711/

• Nimm lieber einfach verpackte Artikel statt Boxen voll mit Einzelverpackungen (vor allem bei Süßigkeiten).

• Entsorge möglichst viel der Verpackungen schon in den getrennten Mülltonnen hinter der Ladenkasse

• Kaufe kein abgefülltes Wasser, das Leitungswasser in Deutschland ist trinkbar, wird strenger kontrolliert und ist 200 mal günstiger als Mineralwasser.

Blick in den Unverpacktladen "gramm.genau" in Frankfurt.
Blick in den Unverpacktladen "gramm.genau" in Frankfurt.  © privat

Mit dieser Vorbereitung und den Tricks können wir schon viel Plastik sparen. Man kann komplett darauf verzichten, indem man mit Beuteln, Brotdosen und Einweggläsern bewaffnet auf dem Bauernmarkt oder in einem der über 50 Unverpacktläden, die es mittlerweile in Deutschland gibt, einkaufen geht.

In solchen kann man genau die Mengen kaufen, die man auch tatsächlich braucht und Essen landet nicht unnötigerweise im Müll. Vor allem Trockenware lässt sich in solchen Läden gut einkaufen.

Für Kühlregal-Waren gibt es auf jeden Fall noch Ausbaupotential hin zu nachhaltigeren Verpackungen. Im Eigentest habe ich festgestellt, dass ich mich sehr viel gesünder ernähre, seitdem ich versuche auf Plastik zu verzichten (was nicht zuletzt daran liegt, dass 70 Prozent aller verpackten Waren - ja auch Wurst und Käse - Zucker enthalten). Außerdem gebe ich weniger Geld für Lebensmittel aus, da die Auswahl kleiner ist und ich auch wirklich nur das kaufe, was ich konsumiere. Es profitiert also nicht nur die Umwelt davon, sondern auch die Gesundheit und der Geldbeutel.

Hast auch du einen Tipp?

Wenn auch du einen Tipp zum nachhaltigen Einkaufen hast, dann melde dich gern bei uns! Mail an online@tag24.de!

Über die Autorin

Gina (25) möchte aufklären, warum es so wichtig ist, auf seinen ökologischen Fußabdruck zu achten.
Gina (25) möchte aufklären, warum es so wichtig ist, auf seinen ökologischen Fußabdruck zu achten.

Gina (25) ist geboren in Dresden, studierte in Freiberg Wirtschaftsingenieurwesen. Zwischen ihrem Bachelor und dem Master ging sie auf Reisen.

Knapp zwei Jahre bereiste Gina die Welt, 10 Monate davon war sie in Asien unterwegs. Hier kam es zu der Initialzündung. Denn vielerorts in Asien sind die Menschen nicht mehr Herr über die Vermüllung ihre Orte.

Gina sammelte schon auf ihrer Reise Müll ein, öffentlichkeitswirksam begeisterte sie auch immer mehr Menschen in ihrer Heimat für das Thema.

Als sie zurück nach Deutschland kam (aktuell Masterstudentin in Darmstadt), verfolgte sie weiter die Müll-Thematik. Schreibt nun unter anderem diese Kolumne für TAG24.

Hier gehts zur Kolumne "Warum wir dringend über Müll reden müssen".

Hier gehts zur Kolumne "Geschenke-Tipps, die die Welt verbessern und Freude bereiten"


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