Deshalb hat niemand den Koma-Jogger erkannt

Berlin - Am 13. März brach ein Jogger im Volkspark Wilmersdorf zusammen. Seitdem liegt der Mann im Koma. Die Polizei stand vor einem Rätsel. Trotz mehrfacher Aufrufe hat ihn niemand als vermisst gemeldet.

Sein Nachbar erkannte den Schlüssel.
Sein Nachbar erkannte den Schlüssel.  © Polizei Berlin/dpa

Am Donnerstag dann der Durchbruch: Vier Monate nach seinem Unfall konnte er endlich identifiziert werden (TAG24 berichtete).

Bei dem Mann handelt sich um einen 74-Jährigen alleinlebenden deutschen Mann mit iranischen Wurzeln aus der Brandenburgischen Straße in Wilmersdorf. Der entscheidende Hinweis kam von seinem Nachbar.

Der erkannte allerdings nicht den 74-Jährigen, sondern den Schlüssel, den die Polizei ebenfalls veröffentlichte. "Das Profil des Schlüssels ist sehr eigenartig. Ich erkannte sofort, dass er zu unserer Haustür gehört", so der 25-Jährige zur B.Z.

Doch warum hat sich so lange niemand gemeldet. Dabei hatte die Polizei mehrere Bilder des Mannes veröffentlicht. Das sei wirklich eine Tragödie. "Aber er hatte schwarz gefärbte Haare, sah komplett anders aus als auf den veröffentlichten Fotos. Ich meine, er trug sogar eine Brille." Weder er noch die anderen Nachbarn haben ihn erkannt. Angehörige hat der Jogger wohl nicht.

Der Mann hatte nach seinem Sturz nur die beiden Schlüssel, 15 Euro und etwas Traubenzucker in einem kleinen Gurt für Jogger bei sich. Auf den Schlüsseln waren Firmennamen eingestanzt, aber keine Sicherheitsnummern. Deshalb gab es auch keine registrierten Schlösser - und damit lange keine Spur zu einer Adresse.


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