Komasaufen bei Kindern: Hier müssen jetzt die Eltern teuer blechen

Ostfriesland - Komasaufen wird jetzt richtig teuer! Der ostfriesische Landkreis Wittmund will Eltern von betrunkenen Kindern und Jugendlichen für Rettungseinsätze die Rechnung schicken.

Wenn sich Jugendliche hemmungslos zuschütten, bekommen die Eltern bald die Rechnung dafür.
Wenn sich Jugendliche hemmungslos zuschütten, bekommen die Eltern bald die Rechnung dafür.  © dpa/Marcus Führer

Dabei gehe es um "besonders eklatante Fälle". Die Aktion solle ein "Signal vor allem an die Eltern" sein, sagte Sprecher Ralf Klöker.

Der Landkreis zieht damit die Konsequenz aus den vergangenen Feiern am 1. Mai. Die Zahl der Einsätze wegen Alkoholkonsums von Minderjährigen sei im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen.

Eltern sollen dafür nun Rechnungen von bis zu 1100 Euro bekommen. Ein gleiches Vorgehen kündigte er für Vatertag an. Der Landkreis hofft, mit der Ankündigung künftige Alkoholexzesse von Minderjährigen zu verhindern.

Im Landkreis Rotenburg am Südwestrand von Hamburg wird die Praxis nach Angaben der AOK Niedersachsen bereits angewendet. In einigen Fällen würden die Rechnungen für Einsätze nicht bei den Krankenkassen eingereicht, sondern privat zugestellt.

"Die Eltern können die Rechnungen dann zwar an die Krankenkasse weiterleiten", sagte ein Sprecher der AOK. Denn die Krankenkassen seien zur Zahlung verpflichtet. Die Eltern hätten aber mehr Aufwand, manche wüssten zudem nicht, dass die Kosten übernommen würden.

Andere Landkreise planen nicht, dem Vorstoß zu folgen. "Das ist bei uns kein Thema", sagte Ronald Möller vom Bereich Rettungsdienst beim Landkreis Verden. Auch in den Regionen Goslar, Cuxhaven und Emsland sind keine solchen Aktionen geplant.

Titelfoto: dpa/Marcus Führer


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