Meine Meinung: Eintracht, wach auf! Deine Fans sind eine Schande

Mainz/Frankfurt am Main - Die Eintracht verliert das fünfte der sechs Bundesliga-Auswärtsspiele in dieser Spielzeit, die Eintracht verliert erneut in Mainz, die Eintracht kassiert erneut einen Platzverweis. All dies sind Punkte, die die sportliche Misere des hessischen Bundesligisten in aller Deutlichkeit darstellen könnten. Doch ein Punkt übertrifft alle zuvor genannten. Was sich die "Fans" der SGE am Montagabend vor Spielanpfiff zum wiederholten Male erlaubten, ist im Gegensatz zu spielerischen Makeln keinesfalls tragbar und eine Schande für Verein und Liga!

(Leider) schon fast gewohntes Bild: Die Eintracht-Fans warfen vor dem Anpfiff mit Pyrotechnik umher. Frankfurts Martin Hinteregger (Li.) betrachtet das unschöne Spektakel.
(Leider) schon fast gewohntes Bild: Die Eintracht-Fans warfen vor dem Anpfiff mit Pyrotechnik umher. Frankfurts Martin Hinteregger (Li.) betrachtet das unschöne Spektakel.  © dpa/Torsten Silz

Bei allem Verständnis für die Abneigung gegen die allseits unbeliebten Montagsspiele und die Rivalität mit den Rheinhessen aus Mainz, in einem prall gefüllten Fußballstadion, in dem auch Familien mit Kindern sitzen, dürfen sich solche Szenen nicht ereignen.

Ich spreche den Verantwortlichen für die Pyrotechnik-Würfe auf den Rasen der Opel-Arena sogar die Bezeichnung "Fan" ab. Denn kein Fan, der (im metaphorischen Sinne!) Feuer und Flamme für seinen Verein ist, gefährdet neben vielen weiteren Menschen, die Gesundheit der Akteure, die er eigentlich bejubeln sollte.

Doch was sich diese - ich nenne sie respektvoll Personen - erlaubten, geht über jedes "Fansein" hinaus. Es schadet dem Vorbereitungs-Rhythmus des eigenen Teams und dem Ansehen des Vereins in der Öffentlichkeit. Dies erkannte auch Eintracht-Vorstand Axel Hellmann (48) im Nachgang an die 1:2-Niederlage in Mainz: "Was wir vor dem Anpfiff gesehen haben, war einfach nur destruktiv. Das schadet Eintracht Frankfurt sehr", waren seine Worte am Montagabend.

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Und genau diese treffen es auf den Punkt! Dieselbe, wenn auch personell stark veränderte, Eintracht, die in der Vorsaison euphorisierte und vor allem durch die unbändige Fan-Liebe für Aufsehen sorgte, ist Stand jetzt ein Schandfleck auf der Bundesliga-Landkarte.

Doch ist es nicht nur das Gebaren auf den Rängen, das mich zu dieser - zugegebenermaßen drastischen - Annahme veranlasst. Auch das einst kollegiale "Hand-in-Hand" mit den eigenen Spielern hat mittlerweile beunruhigende Formen angenommen.

Eintracht-Profi Sebastian Rode betreibt Deeskalation

Am Ende setzte es für die dezimierte Eintracht in Mainz eine weitere Auswärtsniederlage.
Am Ende setzte es für die dezimierte Eintracht in Mainz eine weitere Auswärtsniederlage.  © dpa/Thomas Frey

Dies zeigte vor allem der Umgang mit Ersatz-Kapitän Sebastian Rode (29), der nach der Anpfiff-Verzögerung nochmals aus den Katakomben in Richtung Frankfurter Fanblock marschierte. "Sie haben zu mir selbst gesagt 'verpiss dich'", berichtete der Mittelfeld-Fighter der SGE in Richtung des Schiedsrichter-Assistenten Guido Kleve.

Am Dienstag versuchte es Rode dann mit Deeskalation. In einem Tweet schrieb der 29-Jährige unter anderem: "Vorab sei zu erwähnen, dass ich Pyrotechnik nicht gut heiße... Aber: Ein 'verpiss dich' von ein oder zwei Leuten auf einem Fußballplatz nehme ich nicht als Beleidigung von einer ganzen Fangruppe wahr." Schließlich forderte er alle Parteien, allen voran die Pressevertreter, dazu auf "hier mal den Ball flach zu halten".

Ich sage, nein Herr Rode! Dieser Versuch, der Deeskalation kommt einer Rechtfertigung für ein Verhalten, das an dieser Stelle nichts zu suchen hat, gleich und ist absolut inakzeptabel! Denn so schnell, wie das Pyrofeuer sich auf dem Rasen des Fußballfeldes ausbreitet, schlägt auch ein solch unangebrachtes Verhalten seine Wellen und überträgt sich, vor allem bei anhaltend schwankenden Leistungen der Mannschaft, in Windeseile auf eben mehr als nur "ein oder zwei Leute".

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Anfeindungen haben in diesem schönen Sport nichts zu suchen. Weder im Miteinander der Fans, der Spielern oder beiden Gruppen in Wechselwirkung! Es gilt vor allem von Seiten der Eintracht, dieses sich anbahnende Chaos im Keim zu ersticken, sich auch sportlich wieder auf die eigenen Tugenden zu besinnen und die eigenen Fans geschlossen und ohne weitere Ausschreitungen hinter sich zu versammeln.

Wach endlich auf, Eintracht Frankfurt!

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