Meine Meinung zum Videobeweis: Der Schiri ist der Chef!

Dresden - "Video killed the Radiostar" war ein Welthit der 70er. "Video killed the Footballstar", könnte er heute heißen.

Schiedsrichter Daniel Schlager griff beim Zweitliga-Spiel zwischen dem FC Erzgebirge Aue und 1. FC Nürnberg auf den Videobeweis zurück.
Schiedsrichter Daniel Schlager griff beim Zweitliga-Spiel zwischen dem FC Erzgebirge Aue und 1. FC Nürnberg auf den Videobeweis zurück.  © Picture Point/ Sven Sonntag

Ja, der Videobeweis macht den Fußball gerechter. Aber eben auch nicht immer.

So, wie er jetzt in den ersten beiden Ligen funktioniert, macht er das Spiel mit dem runden Leder kaputt, raubt ihm die Seele.

Gestohlene Emotionen nach Torerfolgen, ewige Wartezeiten, wenn der Kölner Keller eingreift - all das zerstört das Wesen des Fußballs.

Dazu kommt der wichtigste Fakt, und das sind die unterschiedlichen Auslegungen von Situationen. Beispiel: Im Spiel Aue gegen Nürnberg erwischt Pascal Testroet seinen Gegenspieler Michael Frey im Strafraum mit der Hand im Gesicht.

Am Wochenende rammt Leipzigs Konrad Laimer im Sechzehner Berlins Niklas Stark den Arm ins Gesicht, der bricht sich die Nase, blutet.

Beide Male haben die Schiedsrichter die Aktion nicht gesehen. In Aue schaltete sich Köln ein, Folge: Elfmeter für Nürnberg. In Berlin? Keine Reaktion.

Zwei annähernd gleiche Situationen, zwei unterschiedliche Ergebnisse. Und genau das kann nicht sein. Das ist Einflussnahme auf das Ergebnis.

Der Videoschiedsrichter hat die Hoheit über das Spiel übernommen. Die Referees auf dem Platz sind die Dummen. Das muss sich wieder ändern, das ist nicht Sinn und Zweck des Videobweises, er soll korrigieren, nicht bestimmen. Chef muss der Schiedsrichter auf dem Feld sein!

Auch Schiedsrichter Sören Storks musste beim Bundesliga-Spiel zwischen Hertha BSC und RB Leipzig gleich mehrfach Rücksprache mit dem Video-Schiri halten. Ein Kommentar von TAG24-Redakteur Thomas Nahrendorf.
Auch Schiedsrichter Sören Storks musste beim Bundesliga-Spiel zwischen Hertha BSC und RB Leipzig gleich mehrfach Rücksprache mit dem Video-Schiri halten. Ein Kommentar von TAG24-Redakteur Thomas Nahrendorf.  © dpa/Soeren Stache/dpa-Zentralbild

Titelfoto: dpa/Soeren Stache/dpa-Zentralbild

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