So wird Obdachlosen in Sachsen geholfen

Für Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben, kann eine warme Unterkunft im Winter überlebenswichtig sein.
Für Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben, kann eine warme Unterkunft im Winter überlebenswichtig sein.  © DPA

Leipzig - Bei eisigen Temperaturen droht wohnungslosen Menschen Gefahr für Leib und Leben. Sachsens Städte bieten deshalb zusätzliche Unterkünfte an.

Dort kümmern sich Sozialarbeiter um die Obdachlosen und vermitteln sie bei Bedarf an Beratungsstellen, Ärzte und Therapieeinrichtungen, wie eine Umfrage ergab.

"Wie in den letzten Wintern stehen von Dezember bis März zehn zusätzliche Notschlafplätze zur Verfügung", sagte Dresdens Sozialbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann. Insgesamt gebe es im Winter Schlafgelegenheiten für bis zu 360 wohnungslose Menschen.

Wer keine städtischen Angebote nutzen möchte, könne in den ökumenischen Nachtcafés der Kirchengemeinden eine Bleibe finden. Seit Anfang November bekämen Betroffene dort Getränke, eine warme Mahlzeit und ein Frühstück. Sie könnten dort auch duschen und Wäsche waschen. Dafür zahlen sie laut Kaufmann einen symbolischen Euro pro Nacht.

Görlitz gründete die erste Bahnhofsmission in Ostdeutschland. (Symbolbild)
Görlitz gründete die erste Bahnhofsmission in Ostdeutschland. (Symbolbild)  © DPA

In Leipzig ist die Zahl der eine Gemeinschaftsunterkunft nutzenden Obdachlosen in den letzten Jahren gestiegen.

Waren es 2015 noch 553 Menschen, sind es in diesem Jahr bereit 625, wie das Sozialamt mitteilte. In der kalten Jahreszeit sei deshalb die Zahl der regulären 87 Plätze um 18 erweitert worden.

Die Stadt bitte auch die Bürger um Hilfe: Sie sollen Menschen, die sich beispielsweise in Abrisshäusern oder ungesicherten Unterkünften aufhalten, auf die Angebote der Stadt hinweisen und das Sozialamt informieren.

Bei Bedarf erhöht die Stadt Chemnitz die Zahl der Betten in den Unterkünften von derzeit 14, sagte ein Sprecher der Stadt. Keiner müsse auf der Straße schlafen. Komme es trotzdem dazu, geschehe das freiwillig. Zusätzliche Angebote, etwa bei Beratung und ärztlicher Betreuung, hielten unter anderem die Heilsarmee und die Bahnhofsmission bereit.

Nach Angaben der Stadt Plauen ist es derzeit nicht notwendig, zusätzliche Plätze in den Wintermonaten bereitzustellen. Die Kapazität in den drei Einrichtungen für Wohnungslose reiche mit 83 Betten aus. Das liege auch daran, dass die Zahl der Obdachlosen wegen Zwangsräumungen in den zurückliegenden Jahren nicht gestiegen sei. Im Jahre 2014 seien 67 Menschen davon betroffen gewesen, in diesem Jahr würden es voraussichtlich 58 sein.

In Görlitz betreut die Stadt ganzjährig etwa 50 Obdachlose in einer Unterkunft in der Innenstadt. Mehrere Sozialarbeiter stünden dort zu Verfügung, teilte eine Sprecherin der Stadtverwaltung mit. Zusätzlich betreibe die Kommune eine Notschlafstelle, in der maximal sechs Menschen kurzfristig untergebracht werden könnten. Die meisten Nutzer kämen aus der Region Görlitz. Ausländische Wohnungslose, etwa aus Polen, seien eher die Ausnahme.

Görlitz habe die erste Bahnhofsmission in Ostdeutschland etabliert, die bis heute arbeite. Dort erhielten nicht nur Reisende sondern auch Obdachlose Hilfe.


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