Leipzig hat den Kunst- und Kulturpreis verliehen

In der neuen Propsteikirche am Wilhelm-Leuschner-Platz wurde der Komponist ausgezeichnet.
In der neuen Propsteikirche am Wilhelm-Leuschner-Platz wurde der Komponist ausgezeichnet.  © Ralf Seegers

Leipzig - Der deutsch-französische Komponist Mark Andre (53) ist mit dem Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken geehrt worden.

Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihm am Montagabend in der katholischen Propsteikirche St. Trinitatis in Leipzig überreicht. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, würdigte Mark Andre als "Musik-Avantgardisten", der "kein abgehobener Mensch ist, sondern einer, der zuhört, der bescheiden ist".

Marx äußerte sich auch zum Verhältnis von Kirche und Avantgarde. Dabei gehe es um "eine Offensive sozialer Sensibilität, sinnbezogener Lebensperspektiven und intellektueller Redlichkeit in einer Zeit, die von der Versuchung zur Vereinfachung und Gewalt bedroht ist".

Wichtig sei aber auch die Breitenwirkung der Musik: "Deshalb fördern wir mit Überzeugung und Freude ein Laienchorwesen, das weltweit seinesgleichen sucht. In rund 18.000 katholischen Chören und Musikensembles sind 374.000 Laienmusiker zusammengeschlossen."

Bei dem Festakt wurden Filmmitschnitte aus der Andre-Oper "Wunderzaichen" gezeigt. Sie erzählt die Geschichte eines Mystikers, der nach Israel zu den Stätten Jesu möchte, aber bereits am Flughafen an der Einreise gehindert wird.

Der Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken wird seit 1990 abwechselnd alle zwei bis vier Jahre in den Sparten Literatur, Architektur, Musik, Film, Bildende Kunst und Theater verliehen. 2017 erfolgte die neunte Vergabe.

Unter den bisherigen Preisträgern waren Tankred Dorst und Ursula Ehler-Dorst (2008), Peter Zumthor (2011) und Ralf Rothmann (2014).


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