Beratung soll Rechtsextremen beim Ausstieg helfen und Anschläge verhindern

Stuttgart - Die Politik will den Anfängen wehren: Die Präventionseinrichtung Konex soll rassistische Taten verhindern helfen - also solche Anschläge wie in Hanau, wo ein Deutscher neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen hat.

In Beratungsgesprächen sollen Menschen dazu bewegt werden, aus der rechtsextremen Szene auszusteigen. (Symbolbild)
In Beratungsgesprächen sollen Menschen dazu bewegt werden, aus der rechtsextremen Szene auszusteigen. (Symbolbild)  © 123RF/Audtakorn Sutarmjam

Seit der Gründung 2017 unter dem Dach des baden-württembergischen Innenministeriums haben Konex-Mitarbeiter 31 junge Menschen direkt angesprochen, um sie zum Ausstieg aus der rechtsextremen Szene zu bewegen.

Diese jungen Leute waren durch rechtsextreme Äußerungen oder Teilnahme an rechtsextremen Veranstaltungen ins Blickfeld geraten, wie ein Ministeriumssprecher erläuterte.

Landeskriminaldirektor Klaus Ziwey betonte: "Die Eindämmung des Rechtsextremismus ist einer der ganz zentralen Schwerpunkte polizeilicher Arbeit des Jahres 2020." Es solle alles dafür getan werden, Menschen den Weg zurück in die Mitte der Gesellschaft aufzuzeigen.

Die Ausstiegsberatung ist nach seinen Worten ein langwieriges Geschäft: Es braucht in der Regel vier, fünf Ansprachen, bis ein erstes offizielles Beratungsgespräch stattfindet.

Erfolgsquote wird nicht bekanntgegeben

Mit Mercedes K. wurde auf dem Neuen Friedhof in Offenbach das erste Opfer des Anschlags von Hanau beigesetzt.
Mit Mercedes K. wurde auf dem Neuen Friedhof in Offenbach das erste Opfer des Anschlags von Hanau beigesetzt.  © Boris Roessler/dpa

Nur so ist zu erklären, dass Konex Ende vergangenen Jahres weitere 17 laufende Beratungs- und Klärungsfälle mit Ausstiegsinteressenten zählte.

Diese Altfälle stammen noch aus dem beim Landeskriminalamt angesiedelten Vorläuferprogramm BIG Rex. Eine Erfolgsquote wird nicht bekanntgegeben, weil es im Laufe der Betreuung auch immer wieder Rückfälle gibt, wie der Sprecher erklärte.

Kernaufgabe des Kompetenzzentrums mit 27 Mitarbeitern, darunter Soziologen, Pädagogen und Islamwissenschaftler, ist die Ausstiegsberatung für Radikalisierte jeglicher Richtung und deren enges soziales Umfeld. Das gilt auch für Ausstiegswillige des Bereichs Islamismus.

Derzeit laufen 19 entsprechende Beratungsfälle (Stand Dezember 2019). Eine Ausstiegsberatung im Bereich Linksextremismus wird derzeit aufgebaut.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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