Umstrittene Wahlkampf-Spende: Hat die AfD eine falsche Spenderliste vorgelegt?

Konstanz - Unerwartete Wendung im Skandal um AfD-Wahlkampfspenden: Die Partei soll dem Bundestag eine zumindest in Teilen falsche Spenderliste zukommen haben lassen.

Alice Weidel ist stellvertretende Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Bodenseekreis.
Alice Weidel ist stellvertretende Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Bodenseekreis.  © DPA

Gemeinsame Recherchen von Spiegel und der ZDF-Sendung "Report Mainz" hätten dies ergeben. Demnach gehe es konkret "um eine Reihe von Personen, die dem Kreisverband der heutigen AfD-Fraktionschefin Alice Weidel im Bundestagswahlkampf 2017 insgesamt rund 130.000 Euro gespendet haben sollen".

Ein Sprecher der ermittelnden Staatsanwaltschaft Konstanz wird mit den Worten zitiert: "Die bisherigen Vernehmungen haben die Zweifel bestätigt, dass es sich bei den Personen tatsächlich um die angeblichen Spender handelt."

Mehrere der angeblichen Spender bestritten, Geld gespendet zu haben. Laut Spiegel und "Report Mainz" hätten sie lediglich ihre Namen hergegeben. Dies würden auch mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen bestätigen. "Im Gegenzug soll den angeblichen Spendern auch Geld geboten worden sein", heißt es bei "Report Mainz".

Wer die Personen dazu angestiftet habe, die mutmaßlich falschen Angaben zu machen, sei bislang unklar. Unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen hätte sich die Konstanzer Staatsanwaltschaft zu näheren Details nicht äußern wollen.

Wie berichtet, hatte die AfD im vergangenen November bestätigt, dass 2017 rund 130.000 Euro von einer Schweizer Pharmafirma in mehreren Tranchen an den Kreisverband Bodenseekreis überwiesen wurden. AfD-Fraktionschefin Alice Weidel ist dort stellvertretende Vorsitzende im Kreisvorstand.

Das Geld wurde den Parteiangaben zufolge im Frühjahr 2018 zurückgezahlt.

Insgesamt geht es um rund 130.000 Euro. (Symbolfoto)
Insgesamt geht es um rund 130.000 Euro. (Symbolfoto)  © DPA

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