Spezialeinheit "LE" ermittelt jetzt gegen Leipzigs militante Linke

Leipzig - Erst flogen Steine, jetzt Kartoffeln: Der neue Konsum-Supermarkt im Leipziger Westwerk ist erneut Ziel eines Anschlages mutmaßlicher Gentrifizierungsgegner geworden. In dem Fall ermittelt inzwischen eine vom Innenministerium neu aufgestellte Polizeieinheit, die sich um den militanten Linksextremismus in der Messestadt kümmern soll.

Erst flogen Steine und Stinkbomben, jetzt Kartoffeln: Der neue Konsum im Westwerk wurde wieder von mutmaßlichen Gentrifizierungsgegnern angegriffen.
Erst flogen Steine und Stinkbomben, jetzt Kartoffeln: Der neue Konsum im Westwerk wurde wieder von mutmaßlichen Gentrifizierungsgegnern angegriffen.  © Alexander Bischoff

Im Vergleich zu der Attacke von Mittwochnacht (TAG24 berichtete) nahm sich der neuerliche Angriff eher harmlos aus. Eine Gruppe Punks kreuzte am Donnerstagabend vor dem Westwerk-Konsum auf und warf mit gekochten Kartoffeln auf das Personal. Die Mitarbeiter gingen jedoch schnell genug in Deckung, sodass der Erdapfel-Protest auf dem Boden zermatschte. Kurz darauf kam die Polizei, nahm von den Punks die Personalien auf und erteilte Platzverbote.

Nach dem ersten Anschlag, bei dem insgesamt 52 Scheiben zu Bruch gingen, tauchte im Internet inzwischen ein Bekennerschreiben auf (TAG24 berichtete). Die Urheber bezeichnen ihre massive Sachbeschädigung darin als Kampf gegen die Konsumgesellschaft und gegen die Verdrängung im Kiez.

In dem Fall ermittelt inzwischen die Sondereinheit „LE“. Dies ist eine aus zehn Staatsschutz-Experten des Landeskriminalamtes und der Polizei Leipzig bestehende Ermittlungs-Gruppe „Linksextremismus“, deren Existenz in der Öffentlichkeit bislang nicht bekannt war. Gegründet wurde sie erst 2018 - als Reaktion des Innenministeriums auf die vielen linksextremistischen Straftaten in Leipzig.

Allein im vergangenen Jahr gab es in der Stadt laut LKA 222 mutmaßlich von Linksextremen verübte Anschläge, darunter 47 Gewaltverbrechen. Der überwiegende Teil waren Sachbeschädigungen und Brandstiftungen.

Sein Haus hat jetzt eine Sonderermittlungsgruppe Linksextremismus: LKA-Chef Petric Kleine.
Sein Haus hat jetzt eine Sonderermittlungsgruppe Linksextremismus: LKA-Chef Petric Kleine.  © Thomas Türpe

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