Kontrolleurin schmeißt schwerbehinderten Jungen bei Schnee und Kälte aus Zug

In den vergangenen Jahren kam es vermehrt zu vergleichbaren Vorfällen bei der Bahn. (Symbolbild)
In den vergangenen Jahren kam es vermehrt zu vergleichbaren Vorfällen bei der Bahn. (Symbolbild)

Fürstenwalde (Spree) - Ein 13-jähriger Junge verbrachte das Wochenende bei seiner Tante in Frankfurt (Oder) und wollte am Sonntag die Heimreise nach Berlin antreten. Doch auf halber Strecke muss der schwerbehinderte Teenager den Zug verlassen, weil die Zugbegleiterin seine Fahrpapiere nicht akzeptierte, wie der Tagesspiegel berichtet.

Am späten Sonntagmittag war der 13-Jährige gerade auf dem Weg nach Berlin. Eigentlich wollte seine Mutter ihn am Alexanderplatz abholen, doch dazu sollte es erst viele Stunden später kommen.

Ihr Sohn sei zu 80 Prozent schwerbehindert und hat jedoch die entsprechende Ausweise nicht immer bei sich. Lediglich Personalausweis und ein Bild des Schwerbehindertenausweises führt er auf seinem Handy mit. Dies hat in den letzten zwei Jahren bei Fahrkartenkontrollen immer ausgereicht - bis zu diesem Tag.

Wie die Mutter der Zeitung berichtet, kontrollierte ihn eine Zugbegleiterin auf halber Strecke. Wie sonst auch zeigte der Junge seinen Ausweis sowie das Bild auf seinem Smartphone, doch die Frau wollte das nicht akzeptieren.

Der 13-Jährige bot der Zugbegleiterin sogar den vollen Fahrpreis in Höhe von 20 Euro für die Strecke zu zahlen. Auch das ließ sie nicht zu. Sie bestand auf die Zahlung eines erhöhten Beförderungsentgeltes von 60 Euro. So viel Bargeld hatte der Teenager jedoch nicht bei sich.

Er schlug vor, dass seine Mutter am Bahnhof Alexanderplatz die 60 Euro begleichen würde - keine Chance. Am Bahnhof Fürstenwalde (Spree) war für den schwerbehinderten Jungen die Fahrt zu Ende. Er wurde von der Zugbegleiterin im Nirgendwo bei Schnee und Kälte aus den Zug geschmissen.

Doch der Junge reagierte besonnen, kaufte sich ein Ticket und setzte die Fahrt fort. Die Mutter reichte Beschwerde ein und erstattete eine Anzeige gegen die Zugbegleiterin, die sich an die vorgeschriebenen Verhaltensweise ("Kinder unterwegs: Keine Fahrkarte - keine Panik") bei solchen Fällen nicht hielt.


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