Nach Krawallen: Polizei verbietet weitere Anti-Islam-Demos

Kopenhagen - Nach Krawallen während einer Aktion eines Islamkritikers in Kopenhagen hat die Polizei dem Politiker eine weitere Demonstration verboten.

Dänische Polizisten patrouillieren nach den Krawallen gegen eine islamfeindliche Demonstration in Kopenhagen.
Dänische Polizisten patrouillieren nach den Krawallen gegen eine islamfeindliche Demonstration in Kopenhagen.  © DPA

Eine Demonstration auf einem Platz im Stadtteil Nørrebro stelle eine Gefahr für den öffentlichen Frieden dar, teilte die Polizei der dänischen Hauptstadt am Dienstag mit.

Es drohten weitere Brandstiftungen, Vandalismus und Gewalt gegen die Polizei. Gleiches gelte für vier andere Gebiete in Kopenhagen. Das Verbot gelte bis Mittwochmittag. Später erklärten die Beamten auf Twitter, man habe einen Gegenstand gefunden, der einer Handgranate gleiche.

Die Partei Strammer Kurs des Politikers Rasmus Paludan sei über das Verbot in Kenntnis gesetzt worden, erklärte die Polizei.

Mit Hinblick auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit sei man bereit, alternative Orte und Zeiten für Demonstrationen zu finden. Der wegen Rassismus verurteilte Paludan wollte ursprünglich wieder am Dienstagnachmittag demonstrieren.

Während einer Demonstration Paludans auf besagtem Platz war es am Sonntag zu Krawallen gekommen. Der rechtsextreme Islamkritiker wurde nach Polizeiangaben von Gegendemonstranten angegriffen. Im Anschluss kam es bis in die Nacht zum Montag hinein zu Unruhen und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Autos und Müllcontainer wurden angezündet, es gab 23 Festnahmen. Am Montag folgten in Albertslund westlich von Kopenhagen weitere Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Paludan hat seine äußerst islamfeindliche Kleinpartei 2017 gegründet. Er provoziert unter anderem mit dem Verbrennen des Korans.

Bei den Ausschreitungen während der Demonstration eines islamfeindlichen Politikers hatte die Polizei 23 Menschen festgenommen.
Bei den Ausschreitungen während der Demonstration eines islamfeindlichen Politikers hatte die Polizei 23 Menschen festgenommen.  © DPA

Titelfoto: DPA

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