Frau am Kotti von Lkw tödlich überrollt: Prozessauftakt gegen Brummi-Fahrer

Berlin - Weil er beim Rechtsabbiegen mit seinem Sattelzug eine 63 Jahre alte Fußgängerin tödlich erfasst haben soll, kommt ein Lkw-Fahrer am Mittwoch (10 Uhr) vor das Amtsgericht Berlin-Tiergarten.

Der damals 38-jährige Lkw-Fahrer erlitt durch den tragischen Verkehrsunfall einen Schock. (Archivbild)
Der damals 38-jährige Lkw-Fahrer erlitt durch den tragischen Verkehrsunfall einen Schock. (Archivbild)  © Morris Pudwell

Der 40-Jährige soll laut Ermittlungen im Februar 2018 im Stadtteil Kreuzberg am Kottbusser Tor abgebogen sein, ohne anzuhalten und ohne die Passanten zu beachten, die bei grüner Ampel die Straße überqueren wollten (TAG24 berichtete).

Erschwerend für seine Sicht sei hinzugekommen, dass die Windschutzscheibe des Wagens stark verschmutzt gewesen sei und die heruntergeklappte Sonnenblende den Frontspiegel verdeckt habe.

Die Fußgängerin sei noch am Unfallort gestorben. Für den Prozess wegen fahrlässiger Tötung ist ein Tag vorgesehen.

Fahrer weist Vorwurf der Fahrlässigkeit zurück

 Der Eingang des Amtsgerichts Tiergarten mit Schriftzug des Gerichts und dem Berliner Wappen. (Archivbild)
Der Eingang des Amtsgerichts Tiergarten mit Schriftzug des Gerichts und dem Berliner Wappen. (Archivbild)  © Taylan Gökalp/dpa

Update, 14.22 Uhr

Der Lastwagen-Fahrer hat den Vorwurf der fahrlässigen Tötung zurückgewiesen. Vor dem Amtsgericht Tiergarten erklärte der 40-Jährige zu Prozessbeginn am Mittwoch, er sei erst angefahren, als der Bereich für Radfahrer und Fußgänger frei und die Ampel für Passanten auf Rot gestanden habe.

Seine Sicht sei nicht eingeschränkt gewesen. Ein Unfallanalytiker betonte, es sei unklar, woher die Frau gekommen sei. Der erste Anstoß mit dem Lkw sei wahrscheinlich unvermeidbar gewesen sein.


Der 40-Jährige erklärte, er sei "nach links und rechts blickend" abgebogen. Den Unfall bedauere er unendlich. Nach seiner Erinnerung sei sein Frontspiegel nicht verdeckt gewesen, so der Berufskraftfahrer.

"Ich nahm dann ein Geräusch wahr, fühlte ein Ruckeln der Zugmaschine und bremste." Auch ein Autofahrer, der damals hinter dem Lkw fuhr und ebenfalls abbiegen wollte, erklärte, dass er die 63-Jährige nicht gesehen habe. Allgemein sei die Kreuzung sehr problematisch. "Die Ecke ist die absolute Hölle."

Zum Urteil kommt es vermutlich am 20. März.

Titelfoto: Morris Pudwell

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