Mehrere Fälle von Krätze in Dresdner Asyl-Zeltstadt

Mehrere Bewohner des Dresdner Zeltlagers für Asylbewerber leiden unter Krätze.
Mehrere Bewohner des Dresdner Zeltlagers für Asylbewerber leiden unter Krätze.

Dresden - Wie die Landesdirektion Sachsen mitteilt, ist in der Asyl-Zeltstadt in Dresden bei mehreren Flüchtlingen die Krätze diagnostiziert worden.

MOPO24 berichtete am Mittwoch über die hygienischen Zustände in der Zeltstadt an der Bremer Straße. „Dresden für Alle“ kritisierte die Situation im Zeltlager, forderte deswegen eine regelmäßige Müllentsorgung.

Wie jetzt bekannt wurde, sollen Ärzte bereits am Sonntag bei mehreren Flüchtlingen Krätze diagnostiziert haben. Das DRK bestätigt, dass die Krankheit aufgetreten ist.

Die Landesdirektion Dresden relativierte am Freitag aber Darstellungen, wonach die Hauterkrankung in dem Flüchtlingscamp ausgebrochen sei.

"Viele haben auf ihrer Reise nach Deutschland lange Zeit unter schlechten hygienischen Bedingungen gelebt. Sie haben die Krankheit praktisch mitgebracht", sagte Behördensprecher Holm Felber. Die Inkubationszeit für Krätze betrage mindestens zwei Wochen.

Deshalb sei es denkbar, dass auch Menschen betroffen sind, deren Erkrankung bei der medizinischen Erstuntersuchung noch nicht diagnostiziert wurde. Bislang handele es sich um Einzelfälle.

Die Inkubationszeit für Krätze betrage mindestens zwei Wochen. Deshalb sei es denkbar, dass auch Menschen betroffen sind, deren Erkrankung bei der Erstuntersuchung noch nicht diagnostiziert wurde.
Die Inkubationszeit für Krätze betrage mindestens zwei Wochen. Deshalb sei es denkbar, dass auch Menschen betroffen sind, deren Erkrankung bei der Erstuntersuchung noch nicht diagnostiziert wurde.

Wie gefährlich ist Krätze?

Die Krätze ist eine Hautkrankheit, die durch eine Milbe verursacht wird. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt drei bis sechs Wochen.

Für befallene Patienten gilt in Deutschland(§ 34 Infektionsschutzgesetz) bereits bei Verdacht ein Verbot des Aufenthalts und Arbeitens in Gemeinschaftseinrichtungen.

Durch die Anwendung einer Salbe werden die Krätzemilben in der Regel abgetötet.

Große Infektionsgefahr

In den Zeltlagern ist die Infektionsgefahr groß. Bereits 2012 brachen in der ersten Chemnitzer Zeltstadt an der Erstaufnahmeeinrichtung in Ebersdorf die Windpocken aus. Damals musste das völlig überfüllte Lager abgebaut werden. Bürgerkriegsähnliche Zustände sollen geherrscht haben. Die Landesdirektion hatte damals den Chemnitzern versprochen, keine Zelte mehr aufzustellen. Aktuell leben erneut etwa 850 Menschen in den Zelten am Adalbert-Stifter-Weg und auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei.

Foto: dpa