Krätze-Fälle mehr als verdoppelt: Krankheit auf dem Vormarsch?

Rostock - Die Zahl der Krätze-Fälle (Skabies) in Mecklenburg-Vorpommern hat im vergangenen Jahr stark zugenommen.

Krätze-Patienten bekommen kleine Bläschen und Pusteln auf der Haut, wie eine Ärztin auf ihrem Laptop zeigt.
Krätze-Patienten bekommen kleine Bläschen und Pusteln auf der Haut, wie eine Ärztin auf ihrem Laptop zeigt.  © dpa/Daniel Naupold

2018 seien 411 Fälle gemeldet worden. 2017 waren es noch 182 Fälle, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) am Donnerstag in Rostock mitteilte.

Die Krankheitsfälle träten meist gehäuft auf.

Es handele sich primär um Geschehen im familiären Umfeld, gefolgt von Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Wohnheimen.

Vor allem waren Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre betroffen. Verursacher der Krätze sind Parasiten, sogenannte Krätzmilben, die bei Hautkontakt übertragen werden.

Ein Grund für die Zunahme könnten veränderte Meldekriterien sein, berichtete das Lagus. Das entsprechende Gesetz sei im Sommer 2017 erweitert worden.

Seitdem sind auch Fälle in Pflegeheimen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen wie Justizvollzugsanstalten, Obdachlosen- und Asylbewerberunterkünfte meldepflichtig. Zudem gebe es bei der Krätze-Statistik über die Jahre hinweg einen wellenförmigen Verlauf.

Nach überstandener Krätze können Narben auf der Haut zurückbleiben.
Nach überstandener Krätze können Narben auf der Haut zurückbleiben.  © dpa/Henning Kaiser

Titelfoto: dpa/Daniel Naupold

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