ZDF bedauert Urteil zu "Unsere Mütter, unsere Väter" - und geht in Berufung

Krakau/Mainz - Nach dem Urteil eines polnischen Gerichts gegen die Macher des ZDF-Mehrteilers "Unsere Mütter, unsere Väter" (TAG24 berichtete) will der Sender Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegen.

Zbigniew Radlowski, Veteran der polnischen Heimatarmee Armia Krajowa, lächelt nach dem Urteil im Bezirksgericht Krakau.
Zbigniew Radlowski, Veteran der polnischen Heimatarmee Armia Krajowa, lächelt nach dem Urteil im Bezirksgericht Krakau.  © Jacek Bednarczyk/PAP/dpa

"Das ZDF bedauert, dass das Krakauer Bezirksgericht der Kunstfreiheit keine ausreichende Beachtung geschenkt hat", teilte der Sender der Deutschen Presse-Agentur am Samstag auf Anfrage mit. "Sobald das Urteil schriftlich vorliegt, wird das ZDF die Begründung prüfen und Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegen."

Laut der Nachrichtenagentur PAP hatte das Gericht die Macher des Mehrteilers, die Produktionsfirma UFA Fiction und das ZDF, zu Schadenersatz und einer Entschuldigung verurteilt. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Im Rechtsstreit geht es um die Darstellung der polnischen Heimatarmee. Ein polnischer Kriegsveteran hatte die Klage eingereicht. Kritiker sind der Ansicht, "Unsere Mütter, unsere Väter" enthalte Szenen, die Polens Heimatarmee Mitschuld an den Verbrechen gegen das jüdische Volk geben würden.

Das ZDF habe schon 2013 auf die Kritik reagiert, hieß es nun in der Stellungnahme des Mainzer Senders. Man habe erklärt, "dass die Darstellung fiktiver polnischer Figuren in keiner Weise historische Tatsachen oder gar die Verantwortung der Deutschen relativieren sollte".

An der Buchentwicklung für den historischen Mehrteiler seien namhafte Fachhistoriker beteiligt gewesen.

Zbigniew Radlowski (re) saß als Kläger im Bezirksgericht Krakau.
Zbigniew Radlowski (re) saß als Kläger im Bezirksgericht Krakau.  © Jacek Bednarczyk/PAP/dpa

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