Frau hielt mehr als 100 Hunde in einer Bruchbude - Knast!

Northumberland (England) - Hundezüchterin Lynn Stoker (62) hielt über 100 Hunde, viele davon krank und in miserablem Zustand, in ihrem heruntergekommenen Haus in Northumberland. Jetzt fiel das Urteil für die Tierquälerin.

Die Tierschutzorganisation RSPCA rettete über 100 Hunde aus dem Messi-Haus. (Symbolbild)
Die Tierschutzorganisation RSPCA rettete über 100 Hunde aus dem Messi-Haus. (Symbolbild)  © dpa/Kay Nietfeld

21 Wochen muss die Engländerin Lynn Stoker jetzt ins Gefängnis und umgerechnet über 56.000 Euro Strafe zahlen. Sie hatte zuvor alle Anklagepunkte zurückgewiesen. Unter anderem elf Anklagen wegen unnötigen Leidens eines geschützten Tieres und vier Anklagen wegen Nichteinhaltung der Tierschutzbedürfnisse.

Laut der "Daily Mail" hielt sie die Hunde in viel zu kleinen Zwingern und Käfigen auf engstem Raum. Viele von ihnen waren schwer erkrankt und ein paar wurden sogar mit Knochenbrüchen vorgefunden.

Frisches Wasser gab es für die Tiere wohl auch nicht regelmäßig, geschweige denn regelmäßige Arztbesuche.

Wie schlimm die armen Tiere dran waren, beweist ein Video der englischen Tierschutzorganisation RSPCA, die die Hunde aus dem Horror-Haus im Mai 2018 befreite und beschlagnahmte.

Für einige der Hunde kam jedoch die Rettung zu spät, sie mussten eingeschläfert werden.

Scheinbar hielt die Züchterin so viele Hunde, weil sie die Tiere einfach nicht verkauft bekam. Sie soll die Tierschutzorganisation RSPCA deshalb um Hilfe gebeten haben. Als diese dann aber kamen, verhielt sie sich sehr aggressiv und wollte scheinbar doch keine Hilfe mehr haben. Sie traute der Organisation wohl nicht über den Weg.

Die Frau vermutete sogar, die Tierretter wollten ihr nicht helfen, sondern die Hunde nur wegnehmen, um selbst Profit aus den Verkäufen zu schlagen, so der Staatsanwalt vor Gericht.

Ihre Verteidigerin Paul Blanchard begründete dieses Verhalten mit der psychischen Erkrankung der 62-Jährigen. Sie sei ein sogenannter "Messie", deshalb habe die Angeklagte nicht mit Absicht gehandelt. Außerdem sei sie mit den Umständen einfach überfordert gewesen. Reue zeigte die Züchterin aber nicht, so der zuständige Richter.

Trotz vermeintlicher Krankheit fällte der Richter sein Urteil. Neben der Haft- und Geldstrafe darf sie außerdem für mindestens 15 Jahre keine Tiere mehr halten geschweige denn züchten.

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