Grüne, SPD und Linke wollen Krankenkarte für Asylbewerber

Michael Schmelich (60, Grüne) und Pia Barkow (29, Die Linke) fordern die Gesundheitskarte für Asylbewerber.
Michael Schmelich (60, Grüne) und Pia Barkow (29, Die Linke) fordern die Gesundheitskarte für Asylbewerber.

Von Dirk Hein

Dresden - Dresden soll zur Modellstadt im Umgang mit kranken Asylbewerbern werden. Die Zustimmung im Stadtrat scheint sicher.

Kranken Asylbewerbern steht in Deutschland eine Versorgung bei akuten Krankheiten zu. Doch um zum Arzt gehen zu können, müssen Flüchtlinge aktuell vorher im Sozialamt vorsprechen, sozusagen ihre Krankheit dort auch nachweisen.

Im März 2014 waren dort zehn Mitarbeiter jeweils zwei bis drei Stunden pro Tag damit beschäftigt, Asylbewerbern Krankenscheine auszuhändigen. Aktuell liegen die Zahlen dafür geschätzt doppelt so hoch.

Nur mit so einem Schein können sich Flüchtlinge beim Allgemeinarzt behandeln lassen. Stellt der fest, dass eine Überweisung zum Facharzt notwendig ist, müssen die Asylbewerber vorher wieder ins Sozialamt.

Die Linke, Grüne und SPD wollen das vereinfachen - und jedem Flüchtling eine Chipkarte aushändigen. „Das spart unnötige Gänge zum Sozialamt - die Verwaltung wird entlastet.

Studien zeigen zudem, dass die Kosten pro kranken Asylbewerber ebenfalls sinken, da Flüchtlinge sich eher behandeln lassen“, so Pia Barkow (29, Die Linke).

Michael Schmelich (60, Grüne) ergänzt: „Dresden soll als erste Großstadt außer des Flächenstaates Bremen die Gesundheitskarte einführen. Wir senden so ein Signal, dass hier nicht nur durchgeknallte Pegidisten unterwegs sind, sondern Politiker für die Empathie und soziale Verantwortung zählen.“

Fotos: dpa


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