Heilpraktiker tötet drei Menschen: Diese Strafe wird gefordert

Krefeld – Der Prozess gegen einen Heilpraktiker nach dem Tod von drei seiner Krebspatienten soll an diesem Montag (10 Uhr) zu Ende gehen.

Der 61-jährige Angeklagte während des Prozesses im Gerichtssaal.
Der 61-jährige Angeklagte während des Prozesses im Gerichtssaal.  © dpa/Henning Kaiser

Nach den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung könnte das Landgericht das Urteil verkünden.

Angeklagt ist ein Heilpraktiker aus Moers. Dem 61-Jährigen werden in der Anklage fahrlässige Tötung in drei Fällen und fahrlässige Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz in vier Fällen vorgeworfen.

Er soll vor drei Jahren ein alternatives Krebsmittel mit einer für Kleinstmengen ungeeigneten Waage falsch abgewogen und so seinen schwerkranken Patienten Überdosen verabreicht haben.

Zwei Frauen und ein Mann starben im Juli 2016 innerhalb von zwei Tagen nach der Infusion.

Im Zuge des Falles hatte der damalige Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe im August 2016 vor alternativen Krebspraktiken gewarnt.

Update, 11.30 Uhr: Drei Jahre Haft für Heilpraktiker gefordert

Ein Heilpraktiker aus Moers soll für die fahrlässige Tötung von drei Krebspatienten für drei Jahre hinter Gitter. Das hat der Staatsanwalt am Montag am Krefelder Landgericht beantragt.

Der Mann habe bei der Behandlung mit einem nicht zugelassenen Medikament, einem hochwirksamen Zellgift, "alle Pflichten missachtet" und grob fahrlässig gehandelt.

So habe die von ihm benutzte Waage keine tausendstel Gramm messen können, obwohl es darauf angekommen sei. Dadurch habe er seinen Patienten eine bis zu sechsfache tödliche Überdosis verabreicht.

Der Heilpraktiker soll das Krebsmittel falsch dosiert haben.
Der Heilpraktiker soll das Krebsmittel falsch dosiert haben.  © dpa/Henning Kaiser

Titelfoto: dpa/Henning Kaiser

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