Weiße Kreuze als Erinnerung an die Toten im Straßenverkehr

Paderborn – Im gesamten Kreisgebiet von Paderborn werden weitere weiße Kreuze als Erinnerung an die Verstorbenen und als Mahnung für die Unfälle im Straßenverkehr aufgestellt.

Die weißen Kreuze erinnern an die verstorbenen Menschen.
Die weißen Kreuze erinnern an die verstorbenen Menschen.  © Polizei Paderborn

Am Mittwoch wurde in der Nähe von Boke ein weißes Holzkreuz aufgestellt. Es erinnert an einen tragischen Unfall, der sich dort am 4. Juli 2017 ereignet hat.

Am späten Abend dieses Sommertages war ein Motorradfahrer (46) im Einmündungsbereich der Mantinghauser Straße/Ecke Leiwesdamm mit einem Auto zusammengestoßen. Er starb an der Unfallstelle. Seine Frau, die als Sozia mit auf dem Motorrad saß, wurde bei dem Unglück schwer verletzt.

Mitarbeiter des Kreisbauhofs stellten das mannshohe Kreuz unter anderem im Beisein von Angehörigen des Verstorbenen, Landrat Manfred Müller und Polizeibeamten, nur wenige Meter vom Einmündungsbereich entfernt, in einer Wiese auf.

Weiße Kreuze als Mahnung für Verkehrsteilnehmer

Das Aufstellen der weißen Kreuze ist Teil der Kampagne "Gefahren auf Landstraßen".
Das Aufstellen der weißen Kreuze ist Teil der Kampagne "Gefahren auf Landstraßen".  © 123RF

In den nächsten Tagen werden kreisweit weitere sieben Weiße Kreuze an Unfallorten aufgestellt bei denen in den letzten drei Jahren Menschen ums Leben kamen.

Landrat Müller: "Die weißen Kreuze sind eine Mahnung und eine Warnung zugleich. Jedes Kreuz zeigt an, dass Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten oder auch Toten nicht sein müssten. Sie sollen den Verkehrsteilnehmern ins Bewusstsein rufen, dass die Teilnahme am Straßenverkehr immer mit Gefahren verbunden ist. Sie sollen aber auch dazu auffordern sich immer an die Verkehrsregeln zu halten, defensiv und aufmerksam zu fahren und somit zu angemessener und rücksichtsvoller Fahrweise animieren. Jeder Verkehrsteilnehmer trägt Verantwortung für sich und für andere!"

In Absprache mit den Angehörigen werden die weißen Kreuze aufgestellt

Die von Auszubildenden der Bildungseinrichtung "Stiftung-Bildung-Handwerk" Paderborn gefertigten mannshohen Kreuze werden nach Rücksprache und nur mit Einverständnis der Angehörigen aufgestellt.

Die Tochter des verstorbenen Motorradfahrers, die mit weiteren Angehörigen zum Aufstellen des Kreuzes gekommen war, blickte auf den Unfall vor rund eineinhalb Jahren zurück. Für sie und auch für den Rest ihrer Familie ist das Unglück immer noch unbegreiflich. Auch sie sprach die Hoffnung aus, dass die weißen Kreuze dazu beitragen, dass alle Mitmenschen auf sich und auf andere im Straßenverkehr achten

Landrat Müller erinnerte daran, dass hinter jedem Kreuz menschliche Tragödien stehen. Die Mahnmale sind auch ein Zeichen des Respekts und des Mitgefühls für die Angehörigen, die ihr Leben lang mit diesem schweren Schicksalsschlag leben müssen.

Der Landrat hatte 2006 das Aufstellen der Weißen Kreuze initiiert, die seitdem in unregelmäßigen Abständen an Unfallorten aufgestellt werden an denen Menschen getötet wurden.

Acht Unfallstellen sind in Abstimmung mit den Straßenbauämtern und mit Zustimmung der Angehörigen als geeignete Standorte in diesem Jahr ausgewählt worden. Die Unfallopfer bleiben anonym. Namen oder Unfalldaten werden auf den Kreuzen nicht veröffentlicht.

Das Aufstellen der weißen Kreuze ist Teil der Kampagne "Gefahren auf Landstraßen", mit der die Kreispolizeibehörde Paderborn schon seit Jahren auf die besonderen Risiken auf Straßen außerorts hinweist. Denn gerade bei Unfällen außerhalb geschlossener Ortschaften sind im Vergleich zu Unfällen innerorts viel häufiger Schwerverletzte und Tote zu beklagen. Die Ursachen hierfür sind vor allem in der höheren Fahrgeschwindigkeit zu suchen.

Aber auch direkt neben der Fahrbahn verlaufende Gräben oder direkt am Straßenrand stehende Bäume können in einer Unfallsituation für schwere Unfallfolgen sorgen. Zudem stellt die Polizei immer wieder fest, dass Fahrzeugführer unaufmerksam und durch die Nutzung des Smartphones abgelenkt sind und deshalb nicht rechtzeitig auf gefährliche Situationen reagieren können, die gerade bei den genannten Verkehrsbedingungen oftmals schlimme Folgen haben.

Ein weißes Kreuz als Symbol für die unfassbaren Schicksalsschläge begleitet seit Anfang 2010 auch das Projekt "Crash-Kurs-NRW", mit dem die Polizei im Kreis Paderborn an Berufsschulen unterwegs ist. Unter dem Kreuz werden die jungen Leute hautnah mit dem persönlichen Leid nach schweren Verkehrsunfällen konfrontiert.

Im Rahmen der Vortragsveranstaltungen schildern Polizisten, Feuerwehrmänner, Notärzte, Rettungssanitäter, Notfallseelsorger und Angehörige authentisch über ihre persönlichen Erlebnisse bei der Aufnahme von schweren Verkehrsunfällen und vom Leben danach.

Mehr zum Thema Polizeimeldungen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0