Was ist passiert? Mauer aus Pfandflaschen ist verschwunden

Die Wand wirkte mit dem kleinen kaputten Fernseher in der Mitte wie ein Wohnzimmer.
Die Wand wirkte mit dem kleinen kaputten Fernseher in der Mitte wie ein Wohnzimmer.  © DPA

Berlin - Der obdachlose polnische Bauarbeiter Petrov Chojnacki (44) schuf aus etwa 3000 Glasflaschen eine beeindruckende Mauer von fast drei Metern Höhe und sechs Meter Breite, wie TAG24 berichtete. Doch die kleine Sehenswürdigkeit nahe der Oberbaumbrücke (Berlin-Kreuzberg) südlich der Spree ist verschwunden.

Wie Anwohner dem RBB mitteilten, hat Chojnacki am Mittwochmorgen die Wand abgetragen, doch die genauen Beweggründe dafür sind noch unklar. Es fanden sich an der Stelle, wo einst die Kreuzberger Attraktion stand, nur noch ein kleiner Haufen von Pfandflaschen vor.

Ein Anwohner hätte dem 44-Jährigen dabei geholfen, die unzähligen Flaschen in einem Keller zu verstauen. Eigentlich wollte Chojnacki die Wand aus Glas bis auf 6000 Flaschen ausbauen, doch dazu wird es wohl nicht mehr kommen.

Über mehrere Tage hatte der Pole die Flaschen gesammelt und dafür von Berlinern und Touristen Spenden und noch mehr Flaschen erhalten. Ein Fernseher zierte die Mitte der Wand und ein Teddy umgeben von Kerzen lehnte davor.

Wie Chojnacki der B.Z. mitteilte, seien ihm 300 Euro gestohlen worden und die Pfandflaschen waren sein Sparguthaben. Er hatte sich dazu entschloss "nur einige für Essen und Trinken umzutauschen".

Für die aus der Not heraus entstandene Wand aus Glas kam viel Unterstützung aus der Bevölkerung und sogar von der Berliner Stadtreinigung, die die Wand nicht einreißen wollte.

Chojnacki will nun im Winter für einen Job nach Norwegen weiterziehen und mit dem Geld der Pfandflaschen einen neuen Lebensabschnitt beschreiten.

Das beeindruckende Bauwerk aus Glas ist weg, aber warum?
Das beeindruckende Bauwerk aus Glas ist weg, aber warum?  © DPA

Titelfoto: DPA


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