Mädchen (17) wird auf Kreuzfahrt vergewaltigt, doch die Polizei lässt den Täter laufen

Valencia - Eine 17-Jährige freute sich auf den Urlaub mit ihren Eltern. Das Mädchen aus Großbritannien schipperte mit Mama und Papa das erste Mal auf einem Kreuzfahrtschiff über das Mittelmeer.

Im Hafen von Valencia wurde der Verdächtige zunächst in Gewahrsam genommen, nach einigen Stunden aber wieder freigelassen.
Im Hafen von Valencia wurde der Verdächtige zunächst in Gewahrsam genommen, nach einigen Stunden aber wieder freigelassen.  © imago images/Bluegreen Pictures

Doch der als Erholung gedachte Ausflug wurde für sie zum Horrortrip. Denn als der Ozeanriese sich am vergangenen Donnerstag in den frühen Morgenstunden zwischen Palma de Mallorca und dem spanischen Valencia befand, soll ein 18 Jahre alter Italiener das Mädchen vergewaltigt haben.

Nach Angaben des Opfers, habe der Täter sie mit Gewalt in ihre Kabine gedrückt und sich anschließend hinter verschlossener Tür an ihr vergangen.

Das völlig verstörte Mädchen meldete den Vorfall ihren Eltern, die in einer anderen Kabine schliefen. Wie die spanische Lokalzeitung "Levante EMV" berichtet, hätten die Erziehungsberechtigten dann den Kapitän informiert.

Gemeinsam riefen sie die Polizei. Als das Schiff im Hafen von Valencia andockte, musste die 17-Jährige auf ein Polizeirevier, um eine Anzeige wegen Vergewaltigung aufzugeben und auch ins Krankenhaus, um die Verletzungen untersuchen zu lassen.

Das Kreuzfahrtschiff legte im Hafen von Valencia an. (Symbolbild)
Das Kreuzfahrtschiff legte im Hafen von Valencia an. (Symbolbild)  © imago images/Waldmüller

Der Täter hatte unterdessen wie alle anderen Passagiere während des Landganges das Schiff verlassen. Als er zurückkam, wartete die Polizei auf ihn und nahm ihn vorläufig fest.

Doch dann begann der Behördenirrsinn. Zwar wurde er befragt und festgehalten, doch am Ende musste der 17-Jährige wieder freigelassen werden.

Denn die Tat spielte sich zwischen Mallorca und Valencia auf spanischem Boden ab, das Schiff fuhr unter der Flagge Panamas, der Verdächtige ist italienischer Staatsbürger.

Zwar sicherte die Polizei vor Ort sämtliche Spuren, nahm DNA-Proben an der Kleidung des Mädchens und stellte sie Sachen sicher, doch nun muss geklärt werden, wer für diesen Fall zuständig ist. Da der Verdächtige keine Beziehung zu Spanien hat, musste er nach mehreren Stunden auf dem Polizeipräsidium wieder in Freiheit entlassen werden.

Das Schiff war mittlerweile ohne ihn weitergeschippert. Dem Richter in Valencia fehlte die Zuständigkeit für den Fall, um sich weiter darum zu kümmern.

An wen die Ermittlungsergebnisse nun übergeben werden, um den Fall zur Anklage zu bringen, ist noch unklar. Für die 17-Jährige jedoch wird es ein Horrorerlebnis bleiben. Während ihr mutmaßlicher Peiniger an Land blieb, setzte sie mit ihren Eltern die Kreuzfahrt in Richtung des französischen Marseille fort.


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