Es hätte Tote geben können: Muttern von Geländer an Talsperre abgeschraubt

Kriebstein - Das ist wirklich unfassbar! Unbekannte haben an der Talsperre Kriebstein Geländer an den Wanderwegen so manipuliert, dass Wanderer in den Tod hätten stürzen können.

Bürgermeister Ralf Schreiber (CDU).
Bürgermeister Ralf Schreiber (CDU).  © Sven Gleisberg

"Das ist kein Scherz", sagt Mittweidas Bürgermeister Ralf Schreiber (CDU), der auch für die Talsperre Kriebstein zuständig ist. "An der Aussichtsplattform über der Staumauer hat der Zweckverband Kriebsteintalsperre festgestellt, dass alle Muttern der Geländerquerriegel unter dem Handlauf abgeschraubt wurden."

Was erstmal nach keinem großen Schaden klingt, ist aber lebensgefährlich! "Die Stangen sind damit nur lose aufgelegt, so dass sie sich beim Anlehnen lösen", so Schreiber.

Thomas Caro (65), Geschäftsführer des Talsperren Zweckverbands, bringt es auf den Punkt. "Es hätte jemand abstürzen und sich schwer verletzen oder am Ende sogar tot sein können. Das ist kein blinder Vandalismus, wie wir ihn auch oft erleben, sondern viel schlimmer. Hier wurde bewusst manipuliert, das ist heimtückisch. Mehr als zehn Meter hätten die Leute hier herunterstürzen können."

Für Wanderer entlang der Wege rund um das beliebte Ausflugsgebiet war nicht sofort erkennbar, dass das Geländer für sie nicht mehr sicher ist.

Unbekannte haben an der Talsperre Kriebstein Geländer an den Wanderwegen so manipuliert, dass Wanderer in den Tod hätten stürzen können.
Unbekannte haben an der Talsperre Kriebstein Geländer an den Wanderwegen so manipuliert, dass Wanderer in den Tod hätten stürzen können.  © Zweckverband Talsperre Kriebstein

"Wenn Vandalen Geländer zertreten, dann sieht man das ja", so Caro. "Aber hier wurde darauf gesetzt, dass alles normal aussieht und jemand erst merkt, dass das Konstrukt lose ist, wenn man sich anlehnt."

Nur dem Hausmeister sei es zu verdanken, dass niemandem etwas passiert ist. "Er hat auf seiner täglichen Müllrunde, die er zu Fuß erledigt, gesehen, dass da etwas nicht stimmt", sagt der Geschäftsführer. "Er hat reagiert und sofort das Werkstattauto geholt, um das zu reparieren."

Die heimtückische Tat ist aber leider kein Einzelfall. Schon 2018 hatten Unbekannte das Gleiche am Areal rund um den Wappenfelsen gemacht. "Sogar zweimal", sagt Thomas Caro.

Bürgermeister Schreiber hat deshalb nun Strafanzeige erstattet. "Wir sind sehr dankbar, wenn uns aufmerksame Besucher unserer Talsperre solche Missstände melden", sagt er. "Trotz unserer regelmäßigen Kontrollen kann eine solche Situation nicht immer verhindert werden."

Die Tat an der Talsperre Kriebstein ist kein Einzelfall. Erst kürzlich wurden in Lauter-Bernsbach Bänke des Sachsenforsts im Wald abgebaut und geklaut, in Schneeberg machten sich Unbekannte an der Uhr des Rathausturms zu schaffen und montierten die Zeiger ab (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Zweckverband Talsperre Kriebstein

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