Kriebstein-Talsperre: Suchtrupps spüren Schwarzbauten auf

Ursprünglich sollten es wie hier kleine Bungalows sein. Doch viele Siedler wohnen dauerhaft hier und bauen an.
Ursprünglich sollten es wie hier kleine Bungalows sein. Doch viele Siedler wohnen dauerhaft hier und bauen an.  © Maik Börner

Kriebstein/Freiberg - Immer Ärger mit den Wochenendhaus- und Bungalowsiedlungen rund um die Talsperre Kriebstein.

Nicht nur, dass dort viele Pächter illegal wohnen und ein großer Teil der Abwasser ungeklärt in die Talsperre fließen. Es gibt immer mehr Schwarzbauten. Jetzt wollen die Behörden endlich aufräumen.

Zustände wie in Kriebstein sind im geordneten Deutschland ungewöhnlich, aber es gilt noch eine Art DDR-Bestandsschutz.

Damals wurden solche Erholungssiedlungen in den Außenbereichen der Gemeinden genehmigt. Bedingung für die Bebauung: maximal 40 Quadratmeter, drei Meter hoch und Leichtbau.

Dauerhaftes Wohnen ist hier verboten, doch immer weniger halten sich daran. Einige Siedler beantragten jetzt sogar einen Bebauungsplan. Das lehnt die Gemeinde ab.

Schon seit vielen Jahren ist der Status der Siedlungen rund um Kriebstein ungeklärt - ähnlich wie das Abwasser.
Schon seit vielen Jahren ist der Status der Siedlungen rund um Kriebstein ungeklärt - ähnlich wie das Abwasser.  © DPA

Bürgermeisterin Maria Euchler: "Dann müssten wir Straßen bauen und sie unterhalten. Das können wir uns nicht leisten." So leben viele Leute ohne Post, ohne Müllabfuhr und ohne Wegeverzeichnis für Notarzt oder Feuerwehr.

Und bauen teils kleine Villen auf die Pachtgrundstücke. Doch jetzt will der Kreis energischer gegen die Schwarzbauten vorgehen.

Kreissprecherin Cornelia Kluge: "Das Eingreifen durch die Bauaufsichtsbehörde war in der Vergangenheit anlassbezogen." Sprich: wenn ein Schwarzbauer angeschwärzt wurde.

Kluge: "Nunmehr wurde die Behörde personell neu ausgerichtet und die Aufgaben neu geordnet."

Gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde wird das Gebiet nun unter die Lupe genommen.


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