Kriminalität in Sachsen sinkt: Doch nicht alle Zahlen beruhigen!

Dresden - Perfekte Nachrichten im Wahljahr: In Sachsen gab es 2018 weniger Straftaten - die registrierte Kriminalität sei so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr. Doch es gab mehr Drogendelikte und politische Kriminalität - "dank" Chemnitz.

Die Zahl der registrierten Straftaten sank im Vergleich zu 2017 um fast 13,4 Prozent auf 278.796.
Die Zahl der registrierten Straftaten sank im Vergleich zu 2017 um fast 13,4 Prozent auf 278.796.  © Armin Weigel/dpa

"Der Blick in die Kriminalstatistik zeigt, dass die Menschen in Sachsen sicher leben", so Innenminister Roland Wöller (48, CDU). Die Zahl der Straftaten sank 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 13,7 Prozent auf 278 796 Fälle. Das lag auch am Abschluss des Mega-Anlagebetrugs um Infinus (2017: 24.000 Fälle!).

Zurückgegangen sind Autodiebstähle zum vierten Mal in Folge (-7,3 Prozent). Aber: In Dresden gab es knapp 23 Prozent mehr Autoklau. Die Grenzkriminalität ist laut Statistik auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren (16 945 Delikte). In Grenznähe gibt´s aber immer noch mehr Kriminalität als im Landesinneren, z.B. doppelt so viel Autoklau. Leicht rückläufig sind auch die Wohnungseinbrüche.

Die Drogendelikte legten dagegen ordentlich zu (+8,2 Prozent auf 13.214). Wöller: "Fast zwei Drittel standen in Zusammenhang mit Cannabis." Wöller verwies auf eine höhere Kontrolldichte. Gewalttaten gab es ebenfalls weniger als 2017 (-1,3 Prozent).

Geschuldet auch der Situation nach der tödlichen Messerattacke von Chemnitz wurde ein dickes Plus von sechs Prozent bei der politischen Kriminalität verzeichnet - nämlich 3461 Fälle. Wöller: "Fast zwei Drittel entfallen auf 'rechts'." Darunter dreiviertel Propagandadelikte. Insgesamt stieg die rechte politische Kriminalität um 13 Prozent.

Auch linke Kriminalität gab es mehr, sie stieg um 5 Prozent auf 701 Delikte. Wöller: "Die gewaltbereite linke Szene zeigt kein Nachlassen ihrer Militanz." Schwerpunkte waren Brand- und Sprengstoffdelikte, etwa gegen Autos. Insgesamt wurden 88.821 Tatverdächtige ermittelt - 21,5 Prozent waren Ausländer.

Eine rückläufige Entwicklung gibt es auch bei tatverdächtigen Zuwanderern: Asylbewerbern, geduldeten Ausländern, Flüchtlingen und Personen, die sich unerlaubt in Sachsen aufhalten, wurden 2018 insgesamt 18 695 Straftaten zugerechnet. 2017 waren es noch 19.769. Im vergangenen Jahr lag der Anteil der Zuwanderer unter allen Tatverdächtigen in Sachsen bei 10,4 Prozent (9194). Im Vorjahr galten noch 9493 Zuwanderer als tatverdächtig.

Meist ging es um Diebstahl, Körperverletzung oder Schwarzfahren. Deutlich zurückgegangen sind Fälle von Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung - von 31 auf 19 Taten. Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gab es einen Zuwachs von 290 auf 349 binnen Jahresfrist. Die Zahlen sind aber wegen Gesetzesänderungen nicht vergleichbar, hieß es. Bei Vergewaltigung, sexueller Nötigung, schwerer Körperverletzung, Raub und Ladendiebstahl hätten Zuwanderer einen besonders hohen Anteil unter den Tatverdächtigen, so Wöller.

Rund 45 Prozent der durch Zuwanderer begangenen Straftaten wurden durch Mehrfach-Intensivtäter (MITA) begangen. Minister Wöller: "Einige wenige machen das Treiben verrückt." Insgesamt gab es 8411 durch MITA begangene Straftaten.

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